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Die IAA in Hannover kann beginnen

Nutzfahrzeug-Messe Die IAA in Hannover kann beginnen

Mit gemischten Gefühlen öffnet die Nutzfahrzeugbranche am Donnerstag ihre Messestände in Hannover. In vielen Ländern schwächelt der Absatz. Die Zeit der kräftigen Zuwächse in Europa nähert sich dem Ende. „Die Lage ist anspruchsvoll“, sagte Daimler-Lkw-Chef Wolfgang Bernhard vor Beginn der IAA Nutzfahrzeuge. 

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Quelle: dpa

Hannover. Die meisten Märkte befänden sich im Rückwärtsgang. „Wir hoffen, dass von dieser IAA Wachstumsimpulse ausgehen.“ Zwar rechnet der Messeveranstalter, der Verband der Automobilindustrie, für dieses Jahr mit einem Anstieg des weltweiten Lkw-Absatzes um 3 Prozent – regional ist die Entwicklung jedoch höchst unterschiedlich. Während der europäische Markt aufgrund von Nachholeffekten bis zum Sommer um gut ein Sechstel zulegte, schrumpfen die Verkäufe in den USA um ein Zehntel. Selbst beim bisherigen Wachstumsmotor China seien die Zeiten zweistelliger Zuwächse wohl vorbei, sagte Volkswagens Lkw-Chef Andreas Renschler. Aus China kommen die meisten ausländischen Aussteller auf der Nutzfahrzeugmesse.

66. IAA Nutzfahrzeuge in Hannover Messegelände, Foto: Rainer Droese

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Volkswagen hat sich mit seinen Marken MAN, Scania und VW Nutzfahrzeuge vor allem auf Europa konzentriert und in den vergangenen Monaten besonders vom Wachstum auf dem Heimatmarkt profitiert. Bei der Transporterproduktion im hannoverschen Stammwerk mussten Zusatzschichten anberaumt und Werksstudenten an Bord geholt werden, um der Nachfrage Herr zu werden.

Daimler-Manager Bernhard sieht erste Tendenzen einer Abkühlung auf dem europäischen Markt. Die Bestellungen ließen nach, sagte der Chef des weltgrößten Lastwagenbauers. „Es gibt keinen Grund zur Alarmstimmung“, sagte Bernhard, aber nach der jüngsten Entwicklung sei er zurückhaltender geworden. Mittelfristig steht die Branche vor wesentlich größeren Herausforderungen – und diese bilden auch den Schwerpunkt der IAA: Vernetztes und automatisiertes Fahren sowie alternative Antriebe werden die komplette Logistik einschließlich Lkw, Busse und Transporter umkrempeln, ist man sich in der Branche sicher. „Wir sollten bereit sein für eine Revolution“, sagte VW-Manager Renschler. Allerorten präsentieren die Hersteller Modelle, die sich mit Datenzentren verbinden und elektrisch fahren können – oft sind es noch Studien.

Vor allem beim innerstädtischen Personennah- und Lieferverkehr rechnet die Branche schon in den kommenden Jahren mit dem verstärkten Einsatz von Elektrofahrzeugen. Volkswagen Nutzfahrzeuge und Daimler liefern sich unterdessen einen Wettkampf bei die Elektrifizierung von Großtransportern. So stellte VWN kürzlich eine Studie eines E-Crafters vor.

Lkw-Schau mit Showeffekten

Die IAA Nutzfahrzeuge findet von Donnerstag bis 29. September auf dem hannoverschen Messegelände statt. Sie gilt als größte Branchenschau ihrer Art weltweit. Mehr als 2000 Aussteller aus 52 Ländern belegen rund 270 000 Quadratmeter. Erwartet werden 250 000 Besucher. Eröffnet wird die Messe, auf der nach eigenen Angaben 332 Weltpremieren zu sehen sind, heute von EU-Kommissar Günther Oettinger. Der Eintritt zur Branchenschau, bei der die Nutzfahrzeughersteller den Pkw-Kollegen in Sachen Showeffekte in nichts nachstehen, kostet werktags 22 Euro, ab 13 Uhr 10 Euro und am Wochenende 13 Euro.

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