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Deutschland / Welt Lufthansa-Flugbegleiter streiken ab Freitag
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Lufthansa-Flugbegleiter streiken ab Freitag
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22:25 05.11.2015
Quelle: dpa
Frankfurt

Mit einer neuen Streiktaktik wollen die Flugbegleiter die Lufthansa treffen. Fluggäste müssen sich ab diesem Freitag für eine ganze Woche auf Flugausfälle einrichten, nachdem am Donnerstag ein letzter Verhandlungsversuch gescheitert ist. Der genaue Umfang der Streiks ist unklar. Bislang teilte die Gewerkschaft Ufo nur mit, dass aus Rücksicht auf die Planungen der Passagiere bis Freitag, 12 Uhr, nicht gestreikt werde. Weitere Einzelheiten werde man am Freitag bekanntgeben.

Ufo-Chef Nicoley Baublies machte klar, dass man die Streiks von Tag zu Tag flexibel handhaben will, um der Lufthansa möglichst wenig Chancen auf Reaktionen zu geben. "Die Kunden müssen sich alle drauf einstellen, dass ihr Flug ausfallen könnte." Es komme auch darauf an, ob das Unternehmen rechtliche Schritte einleite oder weitere Provokationen äußere.

Sieben Flüge ab Hannover betroffen

Folgende Flugverbindungen ab Hannover könnten ab Freitag von dem Streik betroffen sein. Einzelheiten sind noch nicht bekannt.

München

LH 2095 nach München ab 13:10 Uhr

LH 2097 nach München ab 16:05 Uhr

LH 2099 nach München ab 17:20 Uhr

LH 2101 nach München ab 19:25 Uhr

LH 2103 nach München ab 20.15 Uhr

Frankfurt

LH 057 nach Frankfurt ab 14.50 Uhr

LH 059 nach Frankfurt ab 19:05 Uhr

Acht Flüge nach Hannover betroffen

Frankfurt

LH 052 aus Frankfurt erwartet 14 Uhr

LH 054 aus Frankfurt erwartet 18 Uhr

LH 058 aus Frankfurt erwartet 22.10 Uhr

München

LH 2096 aus München erwartet 15.30 Uhr

LH 2098 aus München erwartet 16.30 Uhr

LH 2100 aus München erwartet 18.50 Uhr

LH 2102 aus München erwartet 19.40 Uhr

LH 2104 aus München erwartet 22.50 Uhr

Bei der Last-Minute-Verhandlung habe Lufthansa damit gedroht, bei Annahme der Ufo-Forderung in Zukunft kein Kabinenpersonal mehr einzustellen und weitere Flugzeuge von der Lufthansa in andere, billigere Airlines zu verlagern. Lufthansa hatte hingegen erklärt, man sei bereit, auf alle Forderungen zu den strittigen Betriebs- und Übergangsrenten einzugehen. Neueinsteigern sollte allerdings eine geringere Altersversorgung auf dem Niveau anderer DAX-Konzerne angeboten werden.

Der Tarifdschungel bei der Lufthansa

Lufthansa führt derzeit mit mehreren Gewerkschaften Tarifverhandlungen zu unterschiedlichen Themen für verschiedene Berufsgruppen im Konzern.

PILOTEN: In der laufenden Tarifrunde haben die Piloten seit April 2014 bereits 13 Mal die Arbeit niedergelegt. Im Streit um den Konzerntarifvertrag für rund 5400 Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings geht es um Gehälter oder Übergangsrenten. Die Piloten wollten zudem den Ausbau der Billigschiene Eurowings verhindern. Weil sie dieses nicht tarifliche Ziel aber allzu offen mit dem Streik verbunden haben, stoppte das Landesarbeitsgericht Hessen die letzte Streikrunde Anfang September am zweiten Tag. Derzeit laufen Gespräche zu den Übergangsrenten.

FLUGBEGLEITER: Sie haben zuletzt 2012 gestreikt. Damals wurde der Konflikt unter Einschaltung eines Schlichters mit einem umfassenden Tarifpaket beigelegt. In der aktuellen Auseinandersetzung sind wichtige Punkte die Absicherung und Vergütung der 19 000 Flugbegleiter bei der Lufthansa-Mutter sowie die Alters- und Übergangsversorgung.

BODENPERSONAL: Für die rund 33 000 Bodenbeschäftigten verhandelt Lufthansa mit Verdi. Auch hier geht es um die Entgelte und die Betriebsrenten. Anders als das fliegende Personal haben die Kräfte am Boden allerdings keinen Anspruch auf Übergangsversorgung. Von Streiks war bei Verdi bislang noch nicht die Rede. In der letzten Tarifrunde hatte das Bodenpersonal 2013 mit zwei Warnstreiks große Teile des Flugverkehrs der Airline lahmgelegt.

dpa

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