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Germanwings soll Lufthansa retten
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Neues Preissystem bei Germanwings Germanwings soll Lufthansa retten

Die Lufthansa macht einen großen Schritt ins Billigflugsegment. Ihre Tochter Germanwings übernimmt wesentliche Teile des Europaverkehrs, der so wieder rentabel werden soll. Der Plan birgt Risiken. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo droht mit Streik.

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Die Lufthansa ändert ihre Strukturen: Künftig werden alle Deutschland- und Europaflüge abseits der Drehkreuze Frankfurt und München von Germanwings angeboten.

Quelle: dpa

Berlin. Angesichts der großen Wettbewerbs in Europa hat die Lufthansa-Billigtochter Germanwings am Montag ein neues, dreistufiges Preissystem eingeführt. Es ist das Kernstück einer Neuausrichtung des Lufthansa-Konzerns auf den Kurz- und Mittelstrecken. Die Umstellung soll bis Ende 2014 vollzogen sein. Mit dem Kabinenpersonal droht jedoch ein Tarifkonflikt.

Künftig werden alle Deutschland- und Europaflüge abseits der Drehkreuze Frankfurt und München von Germanwings angeboten und nicht nicht mehr von der Mutter Lufthansa. "Das ist ein großer Strategieschwenk, den wir hier vollziehen", sagte Lufthansa-Vorstandsmitglied Carsten Spohr auf dem Flughafen Berlin-Tegel vor einem Premierenflug der "neuen Germanwings".

Drei unterschiedliche Tarife

Nach Köln, Nürnberg und Stuttgart wird Germanwings jetzt auch in Hamburg und ab Winter dann in Berlin einen großen Teil der Lufthansa-Europaflüge übernehmen. Am Ende würden 20 Prozent der Lufthansa-Kunden mit Germanwings fliegen, sagte Spohr. Das Europageschäft brachte Lufthansa in den vergangenen Jahren hohe Verluste ein.

Mit drei unterschiedlichen Tarifen will die Airline jetzt Billigflieger-Publikum und Geschäftsreisende gleichermaßen anlocken. Vielflieger verlieren einen Teil ihrer Privilegien wie zum Beispiel eine bevorzugte Abfertigung. Die Lufthansa-Gruppe will ihren operativen Gewinn in den nächsten Jahren um 1,5 Milliarden Euro jährlich erhöhen. Germanwings soll dazu 200 Millionen Euro beitragen.

Schwarze Zahlen frühestens ab 2015

Germanwings habe 20 bis 30 Prozent geringere Kosten als die Lufthansa, sagte Germanwings-Chef Thomas Winkelmann. Man werde aber frühestens 2015 schwarze Zahlen schreiben. Für die Flotte von 87 Flugzeugen, die Germanwings bis Ende 2014 haben will, werden rund 1000 Flugbegleiter benötigt.

Wegen der schlechteren Bezahlung werden wohl nur wenige von der Mutter zur Tochter wechseln, räumte Spohr ein. Die übrigen Stellen würden extern besetzt. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo macht Front gegen eine geringere Entlohnung. Für diesen Freitag hat sie zu einer Urabstimmung über einen Streik aufgerufen. Lufthansa-Vorstandschef Christoph Franz warnte die Gewerkschaft vor einem langen Arbeitskampf mitten in der Ferienzeit.

"Dass während laufender Tarifverhandlungen schon mal prophylaktisch über Streiks abgestimmt wird, ist schon sehr ungewöhnlich. Das ist absolut schädlich für unser Geschäft", sagte er der "Bild"-Zeitung (Montag). Er erwarte eine Einigung zu vernünftigen Konditionen, da zu hohe Tarifabschlüsse die Existenzgrundlage von Germanwings bedrohen würden. "Der Verteilungsspielraum im umkämpften Billigflieger-Markt ist gering. Germanwings muss günstig bleiben", fügte Franz hinzu.

dpa

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Foto: Beim Check-in unterscheiden sich Lufthansa und Germanwings schon länger nicht mehr: Wie viele andere Fluggesellschaften setzen auch Mutter und Tochter auf Automaten.

Von kommender Woche an gilt es: Im Pflichtenheft von Germanwings-Chef Thomas Winkelmann steht nicht viel weniger als die Rettung des Mutterkonzerns Lufthansa. Um rund 200 Millionen Euro im Jahr soll sich das Ergebnis verbessern, wenn der Direktverkehr der Lufthansa von Montag an komplett auf die Tochter in Köln verlagert wird.

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