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Lufthansa kämpft gegen Flugbegleiterstreik

Möglicher Streik am Mittwoch Lufthansa kämpft gegen Flugbegleiterstreik

Bei Lufthansa ringen Management und die Kabinengewerkschaft Ufo darum, den für Mittwoch angekündigten Streik der Flugbegleiter doch noch abzuwenden. Doch tiefes Misstrauen belastet die Gespräche.

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Die Kabinengewerkschaft Ufo hat der Lufthansa ein Ultimatum gestellt.

Quelle: Frank Rumpenhorst

Frankfurt/Main. Nur noch wenige Stunden trennen die Lufthansa von einer erneuten Streikserie. Nach den Piloten sind es jetzt die Flugbegleiter, die wegen geplanter Einschnitte bei ihren Betriebs- und Übergangsrenten mit einem Arbeitskampf drohen. Das Ultimatum der Kabinengewerkschaft Ufo läuft an diesem Dienstag um 09.00 Uhr aus. Gibt es bis dahin keinen neuen Verhandlungsansatz, wollen die Flugbegleiter das zweite Mal in der Geschichte der Lufthansa ihre Jobs ruhen lassen: Am 1. Juli und dann immer wieder mal bis zum 16. September. Den genauen Umfang der Streiks lässt die Gewerkschaft aber absichtlich noch offen.

Das ist der Konflikt: Ufo kämpft um die Besitzstände von rund 19.000 Flugbegleitern bei der Kerngesellschaft Lufthansa. Ähnlich wie die Piloten, wenn auch auf einem deutlich niedrigeren Niveau, konnten sie sich bislang darauf verlassen, ihren Beruf auch vor Erreichen der gesetzlichen Rentengrenze aufgeben zu können und dafür von Lufthansa Übergangsrenten zu erhalten. Im Ruhestand ergänzten zudem Betriebsrenten die Einkünfte des fliegenden Personals.

Das will Lufthansa ändern: In der bisherigen Form sind die Lufthansa-Renten nicht mehr finanzierbar. Das liegt an dem in den vergangenen Jahren ständig gesunkenen Kapitalmarktzins, der es dem Konzern unmöglich macht, die 1994 zugrundegelegten Renditen zu erwirtschaften. Um die Garantierenten darstellen zu können, muss Lufthansa in ihrer Bilanz milliardenschwere Rückstellungen bilden, die das Eigenkapital schrumpfen lassen. Ende 2014 betrugen die Rückstellungen 14,6 Milliarden Euro, wobei ein gutes Viertel auf die Flugbegleiter entfällt. Die jährlichen Auszahlungen an die Betriebspensionäre drücken zudem den Gewinn. 2015 werden sie über 600 Millionen Euro betragen und rund 8 Prozent des Personalaufwands verschlingen.

Das ist bislang passiert: Das Unternehmen hat zum Jahresende 2013 sämtliche Tarifverträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten einseitig gekündigt. Mit den Gewerkschaften Verdi, Ufo und Vereinigung Cockpit wurden Verhandlungen zu Neuregelungen aufgenommen, die bislang aber in keinem Fall zu einem Ergebnis geführt haben. Mit den Piloten befindet sich Lufthansa nach zwölf Streikrunden in der Schlichtung, Verdi wollte das Thema für das Bodenpersonal am liebsten erst mal gar nicht anfassen. Am weitesten ist Lufthansa mit den Flugbegleitern gekommen, die grundsätzlich den gewünschten Systemwechsel weg von den Garantierenten hin zu festen Arbeitgeberzuschüssen akzeptiert haben.

Der Stand der Verhandlungen: Lufthansa will 3 Prozent der "versorgungsfähigen Vergütung" einzahlen und um ein weiteres Prozent aufstocken, falls die Mitarbeiter selbst ebenfalls mit einem Prozent vorsorgen. Wegen der geringen Grundgehälter für die Stewardessen würde das nach Auffassung von Ufo aber nur zu sehr niedrigen Renten führen. Die Gewerkschaft pocht daher auf eine Zusage der Lufthansa aus dem Vorjahr, dass bei realistischen Zinssätzen ein zur alten Regelung vergleichbares Niveau herauskommen müsse. Eine genaue Höhe des geforderten Arbeitgeberanteils hat Ufo noch nicht genannt.

Das große Misstrauen: Ufo steht unter strenger Beobachtung der anderen Gewerkschaften, bloß keinen zu niedrigen Pilot-Abschluss in der Rentenfrage abzuliefern. Außerdem schwindet das Vertrauen in die Lufthansa-Führung, die noch vor wenigen Monaten Wachstumschancen für den Lufthansa-Kern versprochen hat. Immer klarer wird jedoch, dass der Konzern vor allem außerhalb des Kerns mit Billigangeboten der Plattform Eurowings wachsen will, die vor allem über niedrigere Tarifbedingungen beim Personal finanziert werden.

dpa

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Lufthansa
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