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Übernimmt die Lufthansa 40 Air Berlin-Maschinen?

Verhandlungen weit fortgeschritten Übernimmt die Lufthansa 40 Air Berlin-Maschinen?

Die Verhandlungen zwischen der Lufthansa und der Fluggesellschaft aus dem Emirat Abu Dhabi sind offenbar schon weit gediehen. Eine Einigung über die Übernahme eines Teils der Air-Berlin-Maschinen sei sehr wahrscheinlich, verlautete am Mittwoch aus dem Umfeld von Etihad.

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Der richtige Ausweg für Air Berlin? Die Lufthansa will angeblich rund 40 Maschinen übernehmen und den Großaktionär Etihad von Belastungen befreien.

Quelle: dpa

Frankfurt. Der frühere Tui-Manager Karl Born spricht von einer „Win-Win-Situation“. Wenn die Lufthansa von Air Berlin um die 40 Maschinen samt Besatzung übernehme, nutze das beiden: Der deutsche Marktführer komme damit beim Ausbau seiner Billig-Tochter Eurowings voran – und der Not leidende Konkurrent könne sich von Strecken verabschieden, die dessen Großaktionär Etihad ohnehin eher ein Dorn im Auge seien, sagt der Touristik-Experte.

Air Berlin schreibt seit Langem rote Zahlen. Im vergangenen Jahr stand unter dem Strich ein Rekordverlust von fast 450 Millionen Euro. Die arabische Fluglinie Etihad, der gut 29 Prozent der Anteile gehören, schießt immer wieder Geld zu. Air Berlin hatte sich unter anderem durch die Übernahme des Ferienfliegers LTU hohe Personalkosten eingebrockt. Mehrere Sanierungsrunden konnten die Verluste nicht eindämmen. Die Flotte von rund 140 Jets ist geleast, eigene Maschinen besitzt Air Berlin nicht mehr.

Tuifly profitiert von Air-Berlin-Millionen

Als die Tui-Führung beim vorletzten Sparprogramm „Max Thrust“ für ihren Ferienflieger den Rotstift ansetzte, soll auch der lukrative Mietvertrag mit Air Berlin einen höheren Stellenabbau in Hannover verhindert haben. Die Berliner haben von Tuifly 14 Maschinen mitsamt der Besatzung geleast und kommen aus diesem Vertrag so schnell auch nicht heraus – er verlängert sich bis 2029 quasi automatisch und bringt der Tui Jahr für Jahr mehr als 100 Millionen Euro ein. Das habe dazu beigetragen, einen noch größeren Kahlschlag in der Belegschaft zu vermeiden, heißt es. Von seinen 38 Flugzeugen betreibt Tuifly 24 in eigener Regie.
Ziel des Konzerns ist es, die sechs Fluggesellschaften näher zusammenzuführen, das Konzept „One Aviation“ sieht die Bündelung von Kompetenzen an unterschiedlichen Standorten vor. Die große Inspektion der Tuifly-Maschinen („Heavy Maintenance“) findet nicht mehr am Flughafen in Langenhagen statt, sondern in Großbritannien und Bulgarien. Auch „One Aviation“ soll Stellen kosten – wie viele stehe noch nicht fest, verlautet aus Unternehmenskreisen.

jen

Für Etihad ist der deutsche Ableger vor allem als Zubringer für ihr Drehkreuz Abu Dhabi wichtig. Selbst dürfen die Araber nur wenige deutsche Flughäfen ansteuern. Die Hoffnungen auf weitere Landerechte haben sich bisher nicht erfüllt – Verhandlungen zwischen der Bundesregierung und den Vereinigten Arabischen Emiraten über ein neues bilaterales Luftverkehrsabkommen kommen nicht voran.

Lufthansa kappt Gewinnprognose

Wegen eines Buchungseinbruchs vor allem bei den Langstreckenflügen nach Europa kappte Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr am Mittwochabend überraschend seine Gewinnprognose für 2016. Nach den Terrorattacken und der gestiegenen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit hätten die Voraus­buchungen vor allem auf Langstreckenverbindungen nach Europa deutlich nachgelassen. „Eine vollständige Aufholentwicklung hält der Vorstand aus heutiger Sicht für nicht mehr wahrscheinlich“, teilte der Dax-Konzern am Abend mit. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) wird dem Vorstand zufolge daher in diesem Jahr nicht den Vorjahreswert von 1,8 Milliarden Euro erreichen. Bisher hatte das Management sogar eine leichte Steigerung angepeilt. Der Kurs der Lufthansa-Aktie sank im nachbörslichen Handel um fast drei Prozent.

Steffen Weyer

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