Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Lufthansa streicht massiv Flüge
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Lufthansa streicht massiv Flüge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:16 20.10.2014
Insgesamt streicht Lufthansa nun 1511 Flüge, betroffen sind etwa 166.000 Passagiere. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Anzeige
Frankfurt/Main

Erneut sind Tausende Passagiere die Leidtragenden: Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit erhöht mit neuen Arbeitsniederlegungen im Streit um den Vorruhestand der Lufthansa-Piloten den Druck. Nach dem Ende des Lokführerstreiks begann am Montagmittag der 35-stündige Ausstand der Flugkapitäne zunächst auf der Kurz- und Mittelstrecke.

Am Dienstag sollen die Ausstände von 06.00 Uhr bis kurz vor Mitternacht auf Langstreckenverbindungen ausgeweitet werden, wie VC mitgeteilt hatte. Lufthansa muss deshalb mehr Flüge streichen als zunächst geplant. Eine baldige Lösung des Konflikts scheint nicht in Sicht.

Vor allem Flüge von und nach Frankfurt betroffen

Die achte Streikwelle der Piloten trifft vor allem Lufthansa- Passagiere auf Strecken von und nach Frankfurt. Europas größte Fluggesellschaft stellte die Langstreckenverbindungen in die Mainmetropole für Dienstag fast vollständig ein. Der überwiegende Teil der Kurz- und Mittelstreckenflüge werde ebenfalls gestrichen, teilte die Fluggesellschaft mit.

Ab München könnten dagegen voraussichtlich rund die Hälfte aller geplanten Kurz-, Mittel- und Langstreckenflüge von Lufthansa starten. Langstreckenflüge von und nach Düsseldorf sollten planmäßig verkehren.

Die Streiks verursachten einen großen direkten wirtschaftlichen Schaden und einen Imageschaden für Lufthansa, kritisierte Lufthansa-Finanzchefin Simone Menne. „Es ist nicht mehr nachvollziehbar, warum sich die Vereinigung Cockpit so kompromisslos einer Lösung des Tarifkonflikts versperrt“. Alle anderen Beschäftigtengruppen hätten einen Beitrag zur Zukunft von Lufthansa geleistet.

Die Lufthansa will, dass ihre Piloten später als bisher in den bezahlten Vorruhestand gehen. Dazu wurden komplexe Übergangsregeln angeboten. Die Gewerkschaft wirft Lufthansa dagegen vor, seit April ihre Kompromissvorschläge nicht aufgegriffen zu haben. „Es geht darum, zusätzlichen Druck aufzubauen“, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Bislang habe Lufthansa nur gemauert. „Wir hoffen Lufthansa dazu zu bewegen, sich ernsthaft mit uns zu unterhalten“.

Bundeskanzlerin hofft auf baldige Verständigung der Tarifparteien

Insgesamt streicht Lufthansa nun 1511 Flüge, betroffen sind etwa 166.000 Passagiere. Zunächst war die Airline von 1400 Flügen auf der Kurz- und Mittelstrecke ausgegangen. Durch die Ausweitung des Ausstands werde der Flugverkehr deutlich stärker beeinträchtigt, erklärte die Lufthansa.

Einen dritten Sonderflugplan mit Informationen für Flüge von und nach Frankfurt wollte die Airline am Montagnachmittag auf ihrer veröffentlichen.

Zuvor hatten am Montagmorgen die Lokführer ihren bisher längsten Streik in diesem Jahr beendet. Bereits vergangene Woche hatten Lokführer und Piloten mit zwei aufeinanderfolgenden Ausständen die Reisepläne Tausender durcheinandergewirbelt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt angesichts der Streikwellen bei der Bahn und Lufthansa auf eine baldige Verständigung der Tarifparteien. Sie hoffe, „dass diese Konflikte schnell beigelegt werden können“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter in Berlin. Aus Sicht der Kanzlerin zeigten die Streiks, „dass es viele gute Gründe gibt, ein Gesetz zur Tarifeinheit zu verabschieden“. Laut Arbeitsministerium soll sich das Bundeskabinett am 3. Dezember mit einem entsprechenden Entwurf befassen. Wirtschaftliche Effekte der Streiks seien vorerst nicht zu beziffern, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Deutschland / Welt 2,2 Milliarden als möglicher Preis - Investoren buhlen um Adidas-Tochter Reebok

Die Aktien von Adidas gehören zu Wochenbeginn zu den gefragtesten Papieren. Grund dafür sind angebliche Pläne von Investoren, dem Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach die US-Tochter Reebok für 2,2 Milliarden Euro abzukaufen.

20.10.2014

Vor ein paar Tagen bekamen etliche Banken, aber auch Privatleute in Deutschland, neun weiteren europäischen Ländern sowie in Übersee ungebetenen Besuch. Verwickelt in die Affäre ist auch ein prominenter Hannoveraner – allerdings nicht als Täter.

22.10.2014

Die Zahl der Selbstanzeigen von Steuerbetrügern hat vor dem Inkrafttreten schärferer Regeln einen neuen Rekordwert erreicht. Seit Jahresbeginn haben sich nach einer Umfrage der „Welt am Sonntag“ bei den 16 Länderfinanzministerien 31927 Steuersünder selbst angezeigt.

19.10.2014
Anzeige