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Abgasaffäre auch bei Fiat, Ford und Renault?

Neue Untersuchung Abgasaffäre auch bei Fiat, Ford und Renault?

Frankreichs Umweltministerium hat die Abgaswerte von 86 Dieselmodellen untersucht und kann nicht ausschließen, dass auch andere Autohersteller illegale Abschalteinrichtungen eingesetzt haben. Das Ergebnis bringt Verkehrsminister Dobrindt in Erklärungsnot.

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Neben VW stehen nun auch andere Autohersteller im Verdacht, illegale Software zur Abgasmanipulation genutzt zu haben.

Quelle: dpa

Hannover. Der Diesel-Skandal könnte nicht nur für den Autobauer Volkswagen Konsequenzen nach sich ziehen. Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal hat nach dem Bekanntwerden der Abgasaffäre eine unabhängige Expertenkommission beauftragt, 86 Dieselfahrzeuge unterschiedlicher Hersteller zu überprüfen, mit verheerendem Ergebnis. Nicht nur VW scheint seine Abgaswerte beschönigt zu haben: Nach zehnmonatiger Prüfung liegt der Verdacht nahe, dass auch Fiat, Ford, Renault und Nissan eine illegale Software genutzt haben, um die Werte zu verändern.

"Können illegale Abschalteinrichtungen nicht ausschließen"

"Zum jetzigen Zeitpunkt kann die Kommission nicht ausschließen, dass illegale Abschaltautomatiken eingesetzt wurden", heißt es in dem 54-seitigen Abschlussbericht, der jetzt veröffentlicht wurde. Laut Süddeutscher Zeitung habe Frankreich dem Bundesverkehrsministerium (BMVI) den Untersuchungsbericht bereits in der Nacht zu Dienstag zugänglich gemacht. "Der Bericht wird vom BMVI inhaltlich ausgewertet und technisch bewertet. Mit dem französischen Umweltministerium sind Gespräche vereinbart, um über die Ergebnisse der jeweiligen Untersuchungskommissionen und mögliche Maßnahmen zu beraten" sagte ein Sprecher des Ministeriums der Zeitung.

Für Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt ist das Ergebnis ein schwerer Schlag. Vergangenen Herbst hatte er die Abgasmessung 53 weiterer Dieselmodelle angeordnet. Lange blieben die Ergebnisse geheim. Im April versicherte Dobrindt dann, dass bei keinem der untersuchten Fahrzeuge eine verbotene Abschalteinrichtung gefunden wurde, um die sich der VW-Skandal dreht. Nun muss sich sein Ministerium mit den neuen Ergebnissen aus Frankreich befassen.

"Zahlreiche Überschreitungen der Schwellenwerte"

Wie der Bericht zeigt, weist ein großer Teil der untersuchten Fahrzeuge bereits unter Laborbedingungen viel höhere Emissionen von gesundheitsgefährdenden Stickoxiden auf, als es die Hersteller angeben und die geltenden Normen zulassen. Anders als bei der "Untersuchungskommission Volkswagen" vom zuständigen Kraftfahrt-Bundesamt, wurden die Modelle auch auf der Straße getestet. "Die Tests haben zahlreiche Überschreitungen der Schwellenwerte ergeben", lautet eines der Untersuchungsergebnisse. Große Abweichungen von der Norm und den Herstellerangaben zeigten dabei vor allem der Fiat 500 X, der Renault Talisman, der Renault Captur und der Nissan Qashqai.

RND/mat/fh

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