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Maschinenbauer LPKF will Dividende streichen

Wieder rote Zahlen Maschinenbauer LPKF will Dividende streichen

Der Maschinenbauer LPKF steht nach einer fast zwanzigjährigen Erfolgsfahrt auf der Bremse. Die Zahlen für 2015 sind rot, die Aktionäre blicken auf einen Totalausfall der Dividende. Grund für den Dämpfer sind massive Rückschläge beim größten Hoffnungsträger.

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Lasertechnikspezialist in der Krise.

Quelle: dpa

Garbsen. Nach einem Umsatzeinbruch und den ersten roten Zahlen nach fast 20 Jahren streicht der Maschinenbauer LPKF die Dividende und kürzt die Investitionen um ein Viertel. „Wir bleiben auf der Kostenbremse“, sagte Konzernchef Ingo Bretthauer am Mittwoch bei der Bilanzvorlage. Mehr als 30 Stellen hat der Laserspezialist bereits über Abfindungen abgebaut - vor allem in der Garbsener Zentrale. Entgelterhöhungen wurden ausgesetzt, das Weihnachtsgeld wurde gestrichen. „Es war ein schmerzhafter Prozess“, sagte Finanzchef Kai Bentz. Dies habe zwar Einsparungen von 3,6 Millionen Euro gebracht - den Verlust aber nicht verhindern können.

Im Jahr 2015 ein Minus von 3,5 Millionen Euro

Unterm Strich blieb für das Jahr 2015 ein Minus von 3,5 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 8,5 Millionen Euro Gewinn erzielt. Der Grund für diesen Absturz sind dramatische Rückgänge beim Geschäftsfeld LDS, das in den vergangenen Jahren der wesentliche Geldbringer des börsennotierten Unternehmens war. LDS-Maschinen lasern Leiterbahnen direkt auf Kunststoff auf - eine platzsparende Technologie, die vor allem von Handy- und Tablet-Produzenten genutzt wird. Hier sanken die Umsätze 2015 um drei Viertel, was die Konzernerlöse insgesamt um 27 Prozent auf 87,3 Millionen Euro drückte.

Die IT-Industrie habe sich in den vergangenen Jahren „vollgesaugt“ mit entsprechenden Maschinen, sodass vorerst kein Bedarf an Nachschub bestehe, erklärte Bretthauer. Hinzu komme, dass die Handy-Hersteller mal auf die Technik zurückgriffen und mal nicht. Bei der Produktion des Samsung Galaxy 6 sei sie nicht gefragt gewesen, bei der neuen, siebten Generation des Smartphones dann wieder doch. Im Markt herrsche „ein verrücktes Hin und Her“. Gleichwohl hätte man den Absturz des Geschäfts „besser antizipieren müssen“, räumte Bretthauer ein. Im vergangenen Jahr musste LPKF seine Prognosen mehrmals kassieren, die Aktie gab kräftig nach, das Unternehmen flog aus dem Technologieindiex Tec-Dax. Für die Zukunft plant Bretthauer für den Geschäftsbereich, der vor allem in Garbsen fertigt, deshalb erst einmal sehr zurückhaltend. Gleichwohl beteuerte der LPKF-Chef: „LDS ist nicht tot.“

Zentrale gut ausgelastet

Die Zentrale, wo 280 der insgesamt 780 Beschäftigten tätig sind, sei dennoch gut ausgelastet. Sie arbeitet an Prototypen zweier neuer Lasermaschinen, von denen sich der Vorstand mittelfristig ähnliche Erfolge erhofft wie einst bei LDS. Gleichzeitig dürfte das Geschäft mit Systemen zum Schneiden von Leiterplatten, zum Kunststoffschweißen und für die Solarindustrie weiter anziehen. LPKF will 2016 wieder über die 100-Millionen-Schwelle beim Umsatz springen und schwarze Zahlen schreiben.

Ruß im Reinraum

Am Anfang eines ziemlich miesen Jahres stand ein Brand. In der Garbsener Zentrale von LPKF hatte sich im Januar 2015 still und heimlich ein Kabel entzündet, und der Schmorbrand breitete sich aus in den Forschungstrakt. Am Ende gab es einen Schaden von 2,8 Millionen Euro – vor allem durch den Ruß, der die modernen Anlagen des Maschinenbauers unbenutzbar machte. Betroffen davon war ausgerechnet auch der Reinraum des Konzerns, also eines der Labore, die nicht einmal Hautpartikel von Menschen dulden. Für den Schaden werde die Versicherung wohl aufkommen, sagte Finanzchef Kai Bentz. Aber die unzähligen Arbeitsstunden, die die Wiederherstellung des Status quo gekostet habe, könne niemand ersetzen.

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