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19:19 25.09.2015
Er soll es bei VW richten: Matthias Müller. Quelle: dpa
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Wolfsburg

Matthias Müller wird neuer Volkswagen-Chef. Der bisherige Vorstandsvorsitzende der VW-Tochter Porsche soll Europas größten Autokonzern aus der Vertrauenskrise führen, die mit dem Skandal um gefälschte Abgaswerte bei Dieselautos über die Wolfsburger hereingebrochen ist. Das Unternehmen gab die Personalie am Freitag nach einer Sitzung des Aufsichtsrates bekannt. 

Müller (62) übernimmt die Nachfolge von Martin Winterkorn, der am Mittwoch zurückgetreten war. Der neue Chef werde seine Aufgabe "mit ganzer Kraft angehen", sagte der Interimsvorsitzende des Kontrollgremiums, Berthold Huber. Bernd Osterloh, Vorsitzender des Konzernbetriebsrates, sagte: "Matthias Müller kennen und schätzen wir für seine Entschlossenheit und Durchsetzungskraft. Er ist kein Einzelkämpfer, sondern Teamplayer. Das braucht Volkswagen jetzt." Müller war bereits vor dem Treffen der Aufseher als Favorit für den Spitzenposten gehandelt worden. Müller bezeichnete es als seine vordringlichste Aufgabe, "Vertrauen für den Volkswagen Konzern zurückzugewinnen - durch schonungslose Aufklärung und maximale Transparenz".

Porträt

Matthias Müller: Der Mann, der aufräumen soll

Auf Müller kommen bei Volkswagen nun schwierige Aufgaben zu. Neben der Aufarbeitung der Affäre um manipulierte Abgasdaten von Dieselmotoren gehören die Schwäche des VW-Absatzes in den USA, die Lage in China und die bisher stark zentralistische Struktur des Konzerns zu den größten Baustellen. Betriebsratschef Osterloh fordert einen "grundlegenden Kulturwandel" in der Zwölf-Marken-Gruppe.

Vertriebsvorstand Klingler muss gehen

Eine weitere Personalie gab VW nach der Aufsichtsratssitzung bekannt: Vertriebsvorstand Christian Klingler verlässt den Konzern. Der 47-Jährige gehe im Rahmen des bei Europas größtem Autobauer geplanten Umbaus "und aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die Geschäftsstrategie mit sofortiger Wirkung". 

Zugleich gab VW bekannt, dass der bisherige Skoda-Chef Winfried Vahland künftig die neu gegründete Marktregion Nordamerika von Volkswagen leitet. Nachfolger für Vahland bei Skoda soll demnach der bisherige Vetriebschef von Porsche, Bernhard Maier werden. Als Konsequenz aus dem Abgas-Skandal sollen künftig zudem die Märkte USA, Mexiko und Kanada in der neu geschaffenen Region Nordamerika zusammengefasst werden. Davon verspricht sich der Konzern eine "maßgebliche Stärkung" des dortigen Absatzes. Der infolge des Skandals in die Kritik geratene US-Regionalchef von Volkswagen, Michael Horn bleibt im Amt. 

Nach Angaben von Volkswagen sind weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge von dem Abgas-Skandal betroffen. Dabei geht es um eine spezielle Software, die dafür sorgt, dass die Schadstoff-Reinigung von Dieselmotoren im normalen Betrieb auf der Straße geringer ist als bei Tests. Die Affäre erschüttert die gesamte Autoindustrie. Nach Angaben von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sind in Deutschland mindestens 2,8 Millionen Diesel-Fahrzeuge von den manipulierten Abgasmessungen bei Volkswagen betroffen.

Im VW-Konzern wirkt sich der Abgas-Skandal inzwischen auch auf Töchter wie Audi, Skoda und Seat aus. Eine vollständige Liste der betroffenen Modelle gibt es noch nicht. Andere Hersteller wie BMW, Daimler oder Opel betonten, sich strikt an Abgasregeln zu halten.

dpa/frs

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