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Luftfahrtindustrie

Messe will ILA nach Hannover holen

Von Jens Heitmann

Die Deutsche Messe will offenbar die Luftfahrtschau ILA aus Berlin nach Hannover zurückholen. Dem Unternehmen liegt eine entsprechende Anfrage des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie vor.
Die ILA lockt zahlreiche Besucher an und bedeutet für die Region einen Zufluss an Kaufkraft.

Die ILA lockt zahlreiche Besucher an und bedeutet für die Region einen Zufluss an Kaufkraft.

© ap

Der BDLI sucht nach einer Alternative zur Hauptstadt, weil die Verhandlungen über einen Standort im Süden des neuen Großflughafens Berlin Brandenburg International nicht vorankommen. Der BDLI bestätigte die Anfrage. „Wir suchen eine tragfähige Alternative für die Jahre nach 2012“, sagte ein Verbandssprecher am Freitag. Neben Hannover gilt auch Leipzig als Kandidat. Der BDLI erwarte bis Ende Februar eine Antwort, Anfang März werde über den künftigen Standort entschieden, hieß es.

Die ILA ist hinter den Luftfahrtschauen in Le Bourget und Farnborough der größte Branchentreff. Die Messe findet alle zwei Jahre statt – vom 8. bis 13. Juni 2010 zum letzten Mal auf dem Flughafen Schönefeld. Vor zwei Jahren waren auf einer Fläche von 250 000 Quadratmetern 1127 Aussteller vertreten, die Messe lockte 241 000 Besucher an. Betriebswirtschaftlich betrachtet rechnet sich die ILA für die Veranstalter nicht – bei einem Umsatz von zuletzt 20 Millionen Euro bestehe ein Zuschussbedarf von 3 Millionen Euro, sagte ein Sprecher der Messe Berlin, die als Mitveranstalter agiert. Dem gegenüber stehe aber ein Kaufkraftzufluss von 140 bis 160 Millionen Euro für die Region. Von 1957 bis 1990 war Hannover fester Standort der Luftfahrtschau – zunächst im Rahmen der Industriemesse. Nach dem Mauerfall hatte der BDLI mit Unterstützung der Bundesregierung entschieden, die ILA in der Hauptstadt zu veranstalten.

Mit dem Ausbau des neuen Großflughafens muss die ILA 2012 auf ein neues Gelände ausweichen. Vor einem Jahr hatten der BDLI und die Messe Berlin dafür ursprünglich ein neues Areal bei Selchow vorgesehen. „Fragen der Finanzierung, möglicher Investoren und des ganzjährigen Betriebs“ waren allerdings offengeblieben, wie es seinerzeit hieß. Nach Angaben des BDLI harren diese noch immer einer Antwort. Für Langenhagen als Standort spreche, dass sich wegen des parallelen Landebahnsystems der normale Flug- und der Messebetrieb nicht in die Quere kämen. Darüber hinaus gebe es ausreichend Parkplätze und Hotelzimmer, heißt es.

Die niedersächsische Landesregierung freut sich über die Anfrage aus Berlin. „Das zeigt, dass Hannover ein attraktiver Standort für derartige Großveranstaltungen ist“, sagte Wirtschaftsminister Jörg Bode. Die Deutsche Messe erklärte, sie werde die Chancen „ergebnisoffen prüfen“. Die Messe Berlin gibt sich nicht geschlagen: „Wir sind sicher, dass die ILA ab 2012 am neuen Flughafen stattfinden wird“, sagte ein Sprecher.

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  • sinnlos Boizenburg – 13.02.10
    Hannover ist die Stadt der künstlichen Staus, der Friedhofsruhe und der Wirtschaftsbehinderung. Was soll denn da eine Luftfahrtschau ?

    Ich stelle mir grade bildlich vor, dass "unser" Umweltdezernent Mönninghof mit dem Fahrrad seine Umweltzone verlässt, um die ILA mit einer engagierten Rede über die Vorteile der Abschaffung jeglichen Verkehrs und insbesondere der Abschaffung jeden Luftverkehrs zu eröffnen (mit Beispielen aus hannover). <ROFL> .
  • ila feta – 13.02.10
    wäre echt super geil aber braunschweig? ein a 380 landet auf 1,6km landebahn das geht beesten willen gar nicht
  • luftfahrtschau mariner – 13.02.10
    Und ich dachte Hannover bzw. die Messe AG waren froh das Zuschußgeschäft los zu sein. Schon allein die nicht ungefährlichen Flugmanöver (Heliunfall mit Toten Hannover, Tupolev Paris, und nicht zuletzt Rammstein) sollten von verkehrsreichen Airports ferngehalten werden. Wie wäre es denn mit Braunschweig dem Sitz der Aufsichtsbehörde?
  • Träumereien LJA – 13.02.10
    Die Anfrage an Hannover dient doch höchstens dazu, Berlin weich zu klopfen und zu grösseren Zugeständnissen zu bewegen. Die Bundesregierung unter der Wahl-Berlinerin Merkel wird niemals zulassen, dass so eine wichtige Veranstaltung die Bundeshauptstadt verlässt. In jedem Fall hätte Leipzig dann noch das Vorkaufsrecht. Leute, hört auf zu träumen.

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