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Deutschland / Welt Mexikanische Firmen wollen Ford boykottieren
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Mexikanische Firmen wollen Ford boykottieren
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20:47 15.01.2017
Boykott von Ford: Der Vorstand der mexikanischen Firma “Experiencias Xcaret“ reagiert auf den Rückzieher des Autobauers (Archivbild). Quelle: NOTIMEX
Cancún

Die mexikanische Autoindustrie blickt mit Sorge auf die USA. Der künftige US-Präsident Donald Trump verfolgt eine protektionistische Handelspolitik und hat den Konzernen beim Import von Autos aus Mexiko mit hohen Strafzöllen gedroht. Ford beerdigte bereits Investitionspläne in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar in Mexiko. Nun reagiert eine große Tourismusfirma des Landes auf den Rückzieher des Autokonzerns.

Firmen wollen keine Ford-Autos mehr kaufen

Das mexikanische Unternehmen Experiencias Xcaret will keine Fahrzeuge des Herstellers Ford mehr kaufen. „Wir sehen die Entscheidung von Ford mit großer Sorge“, schrieb Experiencias Xcaret an den Autohersteller, wie Medien am Wochenende berichteten. Das Touristik-Unternehmen betreibt auf der Halbinsel Yucatán eine Reihe von Erlebnisparks und empfängt Zehntausende Touristen pro Jahr.

Und Experiencias Xcaret ist womöglich nicht die einzige mexikanische Firma, die auf Fahrzeuge von Ford verzichten will. Wie Medien berichteten, soll auch die Baufirma Coconal angekündigt haben, keine Autos des Herstellers mehr zu kaufen.

Bis zu Trumps Wahlsieg galt Mexiko wegen der Nähe zum US-Markt, zahlreicher Freihandelsabkommen und niedriger Lohnkosten als das Dorado der Autobauer. Fast alle großen Hersteller sind in dem lateinamerikanischen Land vertreten. Bis 2020 will Mexiko pro Jahr fünf Millionen Autos bauen und der fünftgrößte Automobilstandort der Welt werden.

Im vergangenen Jahr stellte Mexikos Automobilsektor 3,46 Millionen Fahrzeuge her, zwei Prozent mehr als 2015. 2,76 Millionen Autos wurden exportiert: Etwa 77 Prozent wurden in den USA verkauft. Knapp neun Prozent gingen nach Kanada, etwa drei Prozent nach Deutschland.

Von dpa/RND

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