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Meyer Werft soll nach Luxemburg umziehen

Verlegung des Konzernsitzes ins Ausland Meyer Werft soll nach Luxemburg umziehen

Beim traditionsreichen Schiffbauer Meyer Werft sorgen Pläne für eine Verlegung des Konzernsitzes ins Ausland für Wirbel. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies bittet am Mittwoch zum Runden Tisch.

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Bereits seit langem firmiert die Papenburger Meyer Werft unter dem Dach des Mutterunternehmens Meyer Neptun GmbH mit Sitz in Rostock.

Quelle: dpa

Rostock/Papenburg. Das Mutterunternehmen der Meyer Werft in Papenburg, die Meyer Neptun GmbH, will seinen Firmensitz von Rostock nach Luxemburg verlegen. Einen entsprechenden Bericht des NDR bestätigten am Sonntag das niedersächsische Wirtschaftsministerium sowie der Geschäftsführer der Rostocker Neptun Werft, Manfred Müller-Fahrenholz.

Der NDR hatte berichtet, die Leitung der Werftengruppe habe am Freitag den Betriebsrat in Papenburg über den geplanten Umzug nach Luxemburg informiert. Ein Handelsregistereintrag in Luxemburg sei bereits erfolgt. Die Belegschaft fürchte demnach um ihre Mitbestimmungsrechte. Werde der Firmensitz nach Luxemburg verlegt, können Betriebsrat und Gewerkschaften nicht mehr im Aufsichtsrat vertreten sein.

Müller-Fahrenholz bestätigte, dass die Verlegung nach Luxemburg geplant sei. Die Verlegung solle die Handlungsfähigkeit der Werftengruppe stärken. „Es ist nicht an personelle Veränderungen gedacht“, sagte der Rostocker Werftchef. Die „normale“ Mitbestimmung werde nicht beeinträchtigt, lediglich die „erweiterte“ Mitbestimmung werde nicht realisiert. Bei der Meyer Werft in Papenburg war am Sonntag zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Nach dpa-Informationen hat die Verlagerung des Mutterkonzerns keine steuerlichen Gründe. Die neue Holding in Luxemburg werde in der Form einer europäischen Aktiengesellschaft (SE) aufgezogen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag erfuhr. Demnach erfolgt die Verlagerung von Deutschland ins Ausland, um die Mitbestimmung in einer Aktiengesellschaft (AG) nach deutschem Recht zu umschiffen. Nach dem Modell einer AG hätten die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat Informations- und Gestaltungsrechte. Mit der SE könnte sich der Schiffsbauer nach internationalen Maßstäben Kapital besorgen und Partner ins Boot holen.

Lies lädt zu Rundem Tisch

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) lädt an diesem Mittwoch zu einem Runden Tisch ein, um Klarheit über die Verlegung zu gewinnen. „Unsere Erwartung ist, dass Papenburg erhalten bleibt, aber wir wissen es nicht“, sagte Stefan Wittke, Sprecher des Ministeriums. Gerade erst habe das Land den Masterplan Ems auf den Weg gebracht. „Das ist ein wesentlicher Baustein für die Zukunft des Standortes Papenburg.“

Der Masterplan soll die Wasserqualität der Ems verbessern und vor allem das Schlickproblem lösen. Über die Ems werden die riesigen Kreuzfahrtschiffe der Meyer Werft von Papenburg aus in die Nordsee überführt. Trotz Protesten ist der Fluss in den vergangenen Jahren immer wieder an die Anforderungen der Luxusliner angepasst worden.

Bereits seit langem firmiert die Papenburger Meyer Werft unter dem Dach des Mutterunternehmens Meyer Neptun GmbH mit Sitz in Rostock. Laut den jüngsten Angaben im Bundesanzeiger setzte der für seine Kreuzfahrtriesen bekannt Konzern 2013 rund 1,3 Milliarden Euro um. Das Geschäft schwankt zyklisch und ist von Großaufträgen geprägt. So hatte der Umsatz 2012 noch gut 1,8 Milliarden Euro erreicht. Unter dem Strich blieben 2013 rund 39 Millionen Euro Gewinn (2012: 22 Mio. Euro).

dpa

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