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Milliarden-Deal: Microsoft kauft LinkedIn

Karriere-Netzwerk Milliarden-Deal: Microsoft kauft LinkedIn

Microsoft-Chef Satya Nadella wagt die größte Übernahme in der Geschichte des Softwarekonzerns, um seine radikale Neuausrichtung zu besiegeln. Für den Preis von deutlich über 20 Milliarden Dollar bekommt Microsoft sofortigen Zugang zu gut 430 Millionen Mitgliedern des Karrierenetzwerks Linkedin, eine Schatztruhe an Daten.

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Der Software-Riese Microsoft will das Karrierenetzwerk LinkedIn kaufen.

Quelle: EPA/Mauritz Antin

Redmond. Nicht nur der Preis ruft nach Superlativen: Hier schließen sich der weltgrößte Softwareanbieter mit allein 1,2 Milliarden Nutzern der Office-Büroprogramme und die global führende berufliche Plattform zusammen.

Es ist die Fortsetzung der Vision, die Nadella seit seinem Antritt als Chef vor über zwei Jahren verfolgt: Dienste statt Kaufsoftware, Cloud statt lokaler Computer – und Microsoft-Dienste überall, wo man sie brauchen könnte.

Nadella: "Zusammen können wir das Wachstum beschleunigen"

Die Übernahme sei ein Schlüssel für die große Aufgabe, Produktivität und Geschäftsprozesse neu zu erfinden, sagte Nadella. Er hatte von Anfang an die Cloud-Dienste in das einst starre Geflecht von Microsofts Office-Paketen eingewoben und damit die Verbesserung der unternehmensinternen Zusammenarbeit auf die Fahnen geschrieben. Mit Linkedin kommt der Gedanke auf eine neue Ebene: Microsoft will die Bürowelt vernetzen.

LinkedIn soll auch nach der Übernahme seine Eigenständigkeit unter der eigenen Marke weitgehend behalten. Das hat seinen Grund. Während Nutzer berufliche Profile mit ihren Informationen bei Linkedin anlegen, kann die Auswertung ihrer Daten massiv bei der Personalsuche helfen.

LinkedIn soll als Marke erhalten bleiben

Das ist das Geschäftsmodell des Netzwerks, das sich nicht wirklich mit den Bereichen überschneidet, in denen Microsoft sein Geld verdient. Aber Microsoft erwirbt auf diesem Weg auch den Zugang zu Unternehmen, die bei Linkedin aktiv sind – und es gibt aktuell immerhin neun Millionen Firmenseiten in dem Karrierenetzwerk. Gemeinsam könne nun ein Markt im Wert von 315 Milliarden Dollar adressiert werden, heißt es in der Mitteilung. Die Übernahme eröffne die Möglichkeit, die Art und Weise zu verändern, wie Beschäftigte zusammenarbeiten, erklärte Linkedin-Chef Jeff Weiner.

Für Microsoft ist es nicht der erste Versuch, seine Marktpräsenz mit einem Netzwerk auszubauen. 2012 übernahm das Unternehmen die auf Kommunikation in Unternehmen ausgerichteten Messenger-Pattform Yammer für 1,2 Milliarden Dollar. Yammer soll der besseren Zusammenarbeit und vertraulichen Kommunikation dienen. So können sich nur Mitglieder aus der gleichen E-Mail-Domain untereinander vernetzen. Nach Angaben von Microsoft ist Yammer aktuell bei 85 Prozent der 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt im Einsatz, die das Magazin „Fortune“ jährlich ermittelt. In Deutschland konnte der Dienst allerdings nicht so recht Fuß fassen. Und der junge Rivale Slack gewinnt schnell an Popularität. Auch die Milliarden-Übernahme von Skype brachte Microsoft trotz der Popularität des Dienstes bei Verbrauchern keine Dominanz bei Videokonferenzen in Unternehmen.

LinkedIn, gestartet 2003, gehört zu den Veteranen unter den Online-Diensten. Die Firma ist seit Frühjahr 2011 an der Börse notiert. Das Karriere-Netzwerk solle seine Marke behalten und unter dem Dach des Microsoft-Konzerns unabhängig agieren. LinkedIn-Chef Jeff Weiner werde seinen Job behalten und direkt Nadella unterstehen.

dpa/afp/RND

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