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Deutschland / Welt Microsoft streicht Handy-Sparte zusammen
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18:41 25.05.2016
Microsoft reagiert auf die Erfolglosigkeit seiner Smartphones mit einem weiteren massiven Stellenabbau. Quelle: Rainer Jensen/dpa
Redmond/Espoo

Microsoft reagiert auf die Erfolglosigkeit seiner Smartphones mit einem weiteren massiven Stellenabbau. Bis zu 1850 Jobs im Handy-Geschäft sollen wegfallen, wie der Windows-Konzern am Mittwoch mitteilte. Als Abschreibung und Umbaukosten wird eine Belastung von rund 950 Millionen Dollar (aktuell gut 850 Millionen Euro) fällig.

Der Großteil der Kürzungen trifft Finnland mit 1350 Stellen. Dort hatte Microsoft für insgesamt über neun Milliarden Dollar das Handy-Geschäft des einstigen Weltmarktführers Nokia übernommen. Doch der erhoffte Aufstieg im Smartphone-Markt gelang Microsoft damit nicht.

Gewerkschaft: Produktion wird eingestellt

Gewerkschaftsvertreter Kalle Kiili sagte dazu, Microsoft werde "zumindest im Moment" keine weiteren Smartphones herstellen. Stattdessen wolle sich das Unternehmen um das Softwaregeschäft kümmern, sagte Kiili der Nachrichtenagentur AFP.

Für die Mitarbeiter von Microsoft sei die Ankündigung der Einstellung der Produktion überraschend gekommen, obwohl es "Gerüchte" gegeben habe, dass etwas passieren werde, sagte Kiili. Der finnischen Nachrichtenagentur STT zufolge bestätigte der Verkaufschef der Microsoft-Smartphones, Chris Weber, die Gewerkschaftsangaben.

Marktanteil weiter gesunken

Im vergangenen Juli wurden bereits der Abbau von 7800 Arbeitsplätzen und eine Abschreibung von 7,6 Milliarden Dollar bekanntgegeben. Der Anteil von Microsofts Windows-System am Smartphone-Markt lag im ersten Quartal nach Berechnungen der Marktforscher von Gartner mit rund 2,4 Millionen weltweit verkauften Geräten nur noch bei 0,7 Prozent. Das Google-System Android beherrscht demnach den Markt mit gut 84 Prozent der verkauften Geräte und Apples iPhone kommt auf knapp 15 Prozent.

Mit dem aktuellen Windows 10 hat Microsoft erstmals eine einheitliche Plattform, die auf verschiedenen Geräten von PC über Spielekonsole bis hin zu Tablets und Smartphones laufen kann. Doch auch damit kam kein Schub für die Computer-Telefone von Microsoft. Eine Abschreibung war bereits erwartet worden, nachdem Quartalszahlen die Schwäche des Geschäfts offenbart hatten.

Microsoft: "Wir sind nicht raus"

Konzernchef Satya Nadella versucht inzwischen nicht mehr, unbedingt mit eigenem Windows-Betriebssystem und Geräten einen Platz im Smartphone-Markt zu erobern, sondern setzt darauf, möglichst viele Microsoft-Dienste auf konkurrierenden Plattformen wie Android und die iPhones zu bringen. Außerdem treibt er das Geschäft mit Clouddiensten voran, die mit Smartphones kommunizieren. Marktforscher hatten für Microsoft noch vor wenigen Jahren einen Anteil von bis zu 20 Prozent am Smartphone-Geschäft prognostiziert.

Geräte-Chef Terry Myerson betonte zugleich in einer E-Mail an die Mitarbeiter, Microsoft verlasse das Geschäft mit dem neuerlichen Abbau nicht komplett. "Wir schrauben zurück, aber wir sind nicht raus!" Microsoft werde weiterhin Geräte entwickeln, müsse sich aber bei der Telefon-Hardware strenger fokussieren, hieß es in dem unter anderem vom Technologieblog "Recode" veröffentlichten Text.

Vergangene Woche trat Microsoft bereits das Geschäft mit einfachen Mobiltelefonen, das bei der Nokia-Übernahme zum Konzern kam, für 350 Millionen Dollar unter anderem an den Aufragsfertiger Foxconn ab.

dpa/RND

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