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Miese Stimmung bei deutschen Bauern

Sinkende Erzeugerpreise Miese Stimmung bei deutschen Bauern

Für die EuroTier ist es kein gutes Omen: Einen Monat vor der weltgrößten Schau für Tierhaltung und Tiermanagement, die vom 11. bis 14. November auf dem hannoverschen Messegelände stattfindet, ist die Stimmung der deutschen Bauern im Keller. Das drückt auch auf die Investitionsbereitschaft, wie der Deutsche Bauernverband mitteilt.

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Die Ernte ist eingefahren, aber fallende Preise haben den deutschen Landwirten die Laune gründlich verdorben.

Quelle: Uwe Zucchi

Das jüngste „Konjunkturbarometer Agrar“ zeige das in aller Deutlichkeit. Der vierteljährlich ermittelte Index, der die Einschätzung der aktuellen Entwicklung und die Erwartungen der Landwirte für die nächsten zwei bis drei Jahre widerspiegelt, sackte im September auf nur noch 19,2 Punkte. Im Juni hatte der Indexwert um 10,5 Punkte höher bei 30,7 Punkten gelegen, im März waren es sogar 35,1 Punkte. Befragt wurden laut Bauernverband bundesweit rund 1000 Landwirte und Lohnunternehmer.

Einen wesentlichen Grund für den „dramatischen“ Stimmungseinbruch sieht der Bauernverband in dem Verfall der Erzeugerpreise bei Schlachtschweinen, Getreide, Milch und Rindern. So schlecht sei die Stimmung zuletzt 2008 während der weltweiten Finanzmarktkrise gewesen, die viele Länder in eine Rezession stürzte. In der Folge brachen auch die Agrarpreise ein.

Zusätzlich verunsichert sind viele Landwirte zudem, weil die Umsetzung der EU-Agrarreform mit dem beschlossenen „Greening“ in Deutschland noch nicht unter Dach und Fach ist, wie ein Sprecher des Bauernverbands berichtet. Die Landwirte seien bereits in der Herbstbestellung, wüssten aber immer noch nicht genau, inwieweit Zwischenfrüchte oder Randstreifen als ökologische Vorrangfläche angerechnet werden könnten.

Der wachsende Pessimismus der Landwirte ist quer durch alle Betriebsformen zu beobachten, wie es heißt. Bei den Ackerbaubetrieben sei er „am stärksten ausgeprägt“. Die künftige Entwicklung beurteilten die Futterbaubetriebe am schlechtesten. Fast die Hälfte erwarte eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage.

Den nach wie vor „mit Abstand größten negativen Einfluss auf die Stimmung“ der Landwirte haben nach Angaben des Bauernverbands jedoch die enorm gestiegenen Pachtpreise. Das gelte besonders für die norddeutschen Bundesländer, vor allem Niedersachsen. Viele Bauern könnten die Preise bei Neuverpachtung nicht mehr aufbringen und drohten damit, dringend notwendige Flächen zu verlieren.

Weil viele Landwirte ihre Aussichten so negativ einschätzen, wollen sie weniger investieren. Im kommenden halben Jahr planen der Umfrage zufolge nur noch 34 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe Investitionen, verglichen mit 39 Prozent vor einem Jahr. Das geplante Investitionsvolumen erreicht 5,5 Milliarden Euro, im Juni waren es noch 5,9 Milliarden Euro.

Zwar entfällt mit 3,5 Milliarden Euro der größte Teil immer noch auf Stallbauten und -technik. Aber dies ist ein Minus von 0,4 Milliarden Euro bei den Investitionsplänen. Angesichts der aufgeheizten Debatte um Tierschutz und Tierwohl in den Ställen überlege sich ein Landwirt zweimal, ob er sich mit einer Millioneninvestition belasten solle, erklärte der Verbandssprecher. Die Aussteller auf der EuroTier werden dies gar nicht gern vernehmen. Weniger Geld wollen Landwirte auch für Maschinen ausgeben. Gleiches gilt für erneuerbare Energien wie Biogas, Fotovoltaik und Windkraft.

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