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Migranten beleben die Gründerszene

Industrie- und Handelskammertag Migranten beleben die Gründerszene

Nach Experteneinschätzung bringen Migranten immer häufiger Schwung in das Wirtschaftsleben. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) schätzt für seinen Zuständigkeitsbereich, dass sie voriges Jahr bis zu 50 000 neue Jobs geschaffen haben. 

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Bei den Neugründungen insgesamt ist der Migrantenanteil von 11,2 Prozent im Jahr 2000 auf fast 26 Prozent im Jahr 2014 gestiegen.

Quelle: Symbolbild

Berlin. Ob im Gastgewerbe, Handel oder auf dem Bau: Während in Deutschland die Zahl der Unternehmensgründungen seit Jahren zurückgeht, beleben Migranten die Gründerszene. Und schaffen dabei Zehntausende Jobs.

Nach Experteneinschätzung bringen Migranten immer häufiger Schwung in das Wirtschaftsleben. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) schätzt für seinen Zuständigkeitsbereich, dass sie voriges Jahr bis zu 50 000 neue Jobs geschaffen haben.

In Deutschland wurden 2015 knapp 572 000 Unternehmen neu gegründet – ein Minus von 2,4 Prozent im Vergleich zu 2014, wie aus jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Von den fast 462 000 Einzelunternehmern war mehr als jeder Vierte ein Ausländer. Bei den Neugründungen insgesamt ist der Migrantenanteil von 11,2 Prozent im Jahr 2000 auf fast 26 Prozent im Jahr 2014 gestiegen. Für 2015 liegen hierzu noch keine Zahlen vor.

„Ihr Anteil in den Beratungen für Existenzgründer wächst seit Jahren“, berichtet Marc Evers, Fachmann für Mittelstand und Existenzgründung beim DIHK. Lag er 2007 bei den IHK bei 14 Prozent, seien es 2014 schon 19 Prozent gewesen. „Das Unternehmertum wird von Migranten mehr und mehr als Option gesehen.“ Ihr Augenmerk liege vor allem auf Gastgewerbe und Handel, wo sie überdurchschnittlich stark vertreten seien.

Mit 31 Prozent besonders hoch sei ihr Anteil in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Auch im Osten, wo vergleichsweise wenige Ausländer leben, sei die Migrantenquote in den Beratungen für Existenzgründer mit 17 Prozent beachtlich.

Als Gründe führt Evers an, dass Migranten häufiger als Deutsche von Arbeitslosigkeit betroffen seien und es ihnen an Alternativen fehle. Zum anderen beobachte er einen stark ausgeprägten Unternehmergeist. Sie oder ihre Elterngeneration hätten ihre Zukunft selbst in die Hand genommen und ein neues Leben fern der alten Heimat begonnen. „Das setzt Mut und Bereitschaft zur Veränderung voraus – Eigenschaften, die man auch als Unternehmer gut gebrauchen kann.“ 

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