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Deutschland / Welt Minizinsen und Flüchtlinge beschleunigen Bauboom
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00:15 19.07.2016
Seit sechzehn Jahren wurden zu Jahresbeginn nicht mehr so viel gebaut wie dieses Jahr. Quelle: dpa
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Wiesbaden

Dies waren 30,6 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und der höchste Stand in den ersten fünf Monaten eines Jahres seit 2000 mit damals 154.700 Wohnungen.

„Das ist ein positives Signal. Wir steuern auf deutlich mehr als 300.000 Genehmigungen in diesem Jahr zu“, sagte Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Im vergangenen Jahr waren etwa 313 000 Wohnungen genehmigt worden. Um die Wohnungsnot nachhaltig zu mindern, seien aber über Jahre hinweg jeweils rund 400 000 neue Wohnungen notwendig, betonte Ropertz. „Außerdem passiert beim klassischen Mietwohnungsbau zu wenig.“ Er forderte die Große Koalition und die Bundesländer auf, die Pläne für Sonderabschreibungen in Verbindung mit Mietobergrenzen zu verwirklichen sowie den sozialen Wohnungsbau in Gang zu bringen.

Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft - GdW - hatte zuletzt teure Grundstücke, hohe Herstellungskosten und fehlende Förderinstrumente als Haupthindernisse für eine noch stärkere Bautätigkeit benannt. Am kräftigsten erhöhten sich zu Beginn dieses Jahres die Baugenehmigungen für Wohnungen in Wohnheimen: Hier hat sich die Zahl der Genehmigungen mehr als verdreifacht auf 10 300. Zu dieser Kategorie zählen auch Flüchtlingsunterkünfte. Starke Zuwächse gab es ebenfalls bei Mehrfamilienhäusern (26,5 Prozent), Zweifamilienhäusern (21,6 Prozent) und Einfamilienhäusern (15,8 Prozent).

Wegen der niedrigen Zinsen und der robusten Konjunktur in Deutschland zogen aber auch die Genehmigungen für Nichtwohngebäude mit einem Plus von 20,8 Prozent deutlich an. Angeschoben wird die Bauwirtschaft durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB): Der Leitzins liegt im Euro-Raum inzwischen bei null - die Folge sind auch äußerst niedrige Hypothekenzinsen. Baukredite sind so günstig wie seit Jahren nicht, während klassische Sparprodukte kaum noch eine Rendite abwerfen. Anleger flüchten deswegen auch ins sogenannte Betongold, was die Immobiliennachfrage anheizt.

von Christian Ebner

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