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Modekonzern CBR verschiebt Börsengang

Wegen Griechenland-Krise Modekonzern CBR verschiebt Börsengang

Der Damenmodehändler CBR (Street One, Cecil) hat seinen für diese Woche geplanten Börsengang abgesagt. Als Grund gab das Unternehmen am Mittwoch die von der dramatischen Entwicklung in Griechenland ausgelösten Unsicherheiten an den Finanzmärkten an.

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Street One in der Ernst-August-Galerie: Der Damenmodehändler CBR (Street One, Cecil) hat seinen für diese Woche geplanten Börsengang abgesagt.

Quelle: Thomas

Celle. Aus dem Börsengang des Celler Modekonzerns CBR wird vorerst nichts. Einen Tag vor dem geplanten Handelsstart auf dem Frankfurter Parkett hat das Unternehmen die Notbremse gezogen. Der Börsengang sei „bis auf Weiteres“ verschoben, teilte CBR am Mittwoch mit. „Die für Börsengänge notwendige Investitionsbereitschaft ist im derzeitigen Kapitalmarktumfeld vor dem Hintergrund der zugespitzten Krise in Griechenland nicht gegeben“, hieß es.

Der Konzern mit seinen Marken Street One und Cecil hatte über Verkauf und Ausgabe neuer Aktien fast 300 Millionen Euro einspielen wollen, wovon gut zwei Drittel für den Schuldenabbau vorgesehen waren. Der Rest sollte an den schwedischen Finanzinvestor EQT gehen, dem CBR inzwischen seit acht Jahren gehört – und damit deutlich länger, als in der Branche üblich. Nun wollen sich die Beteiligungsmanager offenbar noch länger in Geduld üben. Man habe CBR „keinesfalls in einem volatilen Kapitalmarktumfeld unter Wert an die Börse bringen wollen“, sagte EQT-Partner Marcus Brennecke.

Die fallenden Kurse im Zusammenhang mit der Griechenland-Krise seien jedoch nicht der alleinige Grund für die Verschiebung, verlautete aus Börsenkreisen. Kurz nach der Ankündigung des CBR-Börsengangs hatte der Konkurrent Gerry Weber aus Halle in Westfalen die Märkte mit einer Gewinnwarnung verschreckt. Wenig später folgte dessen Herforder Nachbar Ahlers („Pierre Cardin“, „Baldessarini“). Zudem konnte CBR bei den jüngsten Zahlen nur mit Verlusten aufwarten. So sei die angepeilte Preisspanne von 14 bis 18 Euro je Aktie nicht zu erreichen gewesen, sagte ein Branchenkenner.

CBR ist seit Jahren damit beschäftigt, die Schulden zu bedienen und abzubauen, die die Finanzinvestoren für den Kauf des Modekonzerns aufgenommen hatten. In den vergangenen acht Jahren konnte der Berg immerhin um gut ein Viertel auf 535 Millionen Euro abgetragen werden. Allerdings liegt ein Teil der Kredite so lang zurück, dass der Markenartikler vom aktuell niedrigen Zinsniveau nur unterdurchschnittlich profitierte. Die Einnahmen aus dem Börsengang sollten die Last nun weiter drücken und die Bonitätskennzahlen verbessern – um „die nötige finanzielle Flexibilität“ zu erhalten, das Geschäft „weiter voranzutreiben“, wie Konzernchef Christoph Rosa bei der Ankündigung des Börsengangs vor drei Wochen sagte.

CBR kam zuletzt auf 609 Millionen Euro Umsatz und rund 1000 Beschäftigte. Sie arbeiten im Wesentlichen in der Celler Konzern- und den Isernhagener Markenzentralen.

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