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Datenleck bei der Barmer GEK

Gesetzliche Krankenkasse Datenleck bei der Barmer GEK

Bei Deutschlands zweitgrößter Krankenkasse Barmer GEK gibt es nach einem Bericht der „Rheinischen Post“ ein Datenleck. Einem von der Zeitung beauftragten Tester sei es gelungen, sich über einen Online-Zugang der Kasse in Patientendaten einzuloggen. Die Kasse widersprach der Darstellung. 

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Datenpanne: Die Krankenkasse Barmer GEK.

Quelle: dpa

Wuppertal. Bei mehreren gesetzlichen Krankenkassenkönnen nach einem Bericht der "Rheinischen Post" mit geringem Aufwand sensible Gesundheitsdaten von Versicherten herausgefunden werden. Unbefugte könnten sich durch das Vortäuschen einer Identität mit wenigen Telefonaten und Mausklicks Details zu Arztbehandlungen, Diagnosen oder verordneten Arzneien von Patienten verschaffen, berichtete die in Düsseldorf erscheinende Zeitung am Samstag. Die Barmer GEK wies die Vorwürfe zurück und sprach von einem konstruierten "vermeintlichen Datenskandal".

Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff kündigte gleichwohl an, das Authentifizierungsverfahren bei telefonischen Kundenkontakten der Krankenkassen grundsätzlich zu überprüfen. Es müsse „bestmöglich“ verhindert werden, dass Dritte durch Vortäuschung einer falschen Identität an sensible Gesundheitsdaten gelangen, sagte sie dem Blatt. Beim Bundesversicherungsamt, der Aufsicht der Kassen, werde sie anregen, das Thema ebenfalls zu untersuchen.

Tester bekommt sensible Daten

Der Zeitung war es nach eigenen Angaben gelungen, gegenüber der Barmer GEK die Identität eines Versicherten anzunehmen und sich über einen Online-Zugang der Kasse in dessen Patientendaten einzuloggen. Der Tester habe lediglich den Namen, das Geburtsdatum und die Versichertennummer des Datenopfers zur Verfügung gehabt.

Diese Informationen stünden gut lesbar auf der Versichertenkarte und lägen beispielsweise auch jedem Arbeitgeber vor, hieß es. Die aktuelle Adresse eines Versicherten sei problemlos im Internet oder beim Einwohnermeldeamt zu beschaffen. Derselbe Nachweise über mangelnde Sicherheit liege für drei weitere Kassen vor, darunter die AOK, schrieb die Zeitung.

Die Barmer GEK bezeichnete das Vorgehen des Blattes als „simulierten Diebstahl einer Versichertenkarte, gegen den sich keine Institution wehren kann“. Wie bei einer EC- oder Kreditkarte sollten die Versicherten die Krankenversicherungskarte sorgfältig aufbewahren und „keinesfalls sorglos weitergeben“, um Missbrauch zu vermeiden, sagte Unternehmenssprecher Athanasios Drougias.

Der Zugang zu vertraulichen Daten im persönlichen Bereich der Kassenhomepage sei erst nach einem strengen mehrstufigen Sicherheitsverfahren möglich, betonte Drougias. Bei telefonischen Kontakten zu Versicherten würden unter anderem die letzten vier Ziffern der Kontonummer abgefragt. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass die Abfrage bei dem Testanrufer der Zeitung unterblieben sei.

Obwohl die Prüfung des Falles noch andauere, leitete die Kasse nach eigenen Angaben mehrere Sofortmaßnahmen für eine höhere Sicherheit ein. Dazu gehörten „Adhoc-Sicherheitsschulungen“ der Mitarbeiter. Außerdem könnten Adressänderungen ab sofort nicht mehr telefonisch, sondern nur noch vor Ort in einer Geschäftsstelle nach zweifelsfreiem Nachweis der Identität mitgeteilt werden.

epd/dpa

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