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Monopoly schafft das Bargeld ab

Neue Version mit Kreditkarten Monopoly schafft das Bargeld ab

„Monopoly“ ist eines der erfolgreichsten Gesellschaftspiele überhaupt. Damit das auch nach dem absehbaren Ende des Bargeldes so bleibt, soll demnächst eine Variante ohne Papierscheine auf den Markt kommen. 

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Monopoly ist mittlerweile in 111 Ländern erhältlich, es wurde mehr als 275 Millionen mal verkauft.

Quelle: dpa

Hannover. Schwanenwerder war nie eine Insel für jedermann. Das Mini-Eiland ist an der Stelle, wo die Havel zum Großen Wannsee wird, durch eine kurze Brücke mit dem Grunewald-Ufer verbunden und gilt bis heute als eine der exklusivsten Adressen Berlins.

Insofern war es naheliegend, dass in der ersten deutschen Ausgabe von „Monopoly“ Mitte der Dreißiger­jahre die teuerste Straße diesen Namen bekam. Dummerweise hatte der Hersteller Hasbro nicht bedacht, dass auch führende Nazis wie Joseph Goebbels auf der Insel wohnten. Da sich Wuchermieten und die Propaganda von der „Volksgemeinschaft“ nicht so gut miteinander vertrugen, wurde das Spiel 1938 kurzerhand verboten - offiziell wegen des „jüdisch-spekulativen Charakters“.

Als der arbeitslose Heizungsbauingenieur Charles Brace Darrow mitten in der Weltwirtschaftskrise daheim in Philadelphia das fiktive Straßennetz von „Monopoly“ auf ein Wachstuch malte und aus Holzabfällen Häuschen und Hotels bastelte, brauchte es nicht lange zum Verkaufsschlager. „Es gaukelte den Leuten vor, dass sie auch in der Realität mit dem Kauf und Verkauf von Grund und Boden ein Vermögen machen könnten“, sagte Randolph Barton, Chef des Spielwarenkonzerns Parker, der alsbald die Rechte erworben hatte.

Die erste deutsche Ausgabe übernahm kurzerhand prominente Straßennamen aus Berlin: Unter den Linden, Friedrichstraße - und eben Schwanenwerder. Weil es zu Beginn des Wirtschaftswunders nicht klar war, was aus der inzwischen geteilten Stadt werden würde, ging der Hersteller auf Nummer sicher und führte für Westdeutschland fiktive Namen ein - im Osten blieb „Monopoly“ verboten, diesmal wegen seines kapitalistischen Charakters.

Am Erfolg hat das nichts geändert. Das Spiel ist mittlerweile in 111 Ländern erhältlich, es wurde mehr als 275 Millionen mal verkauft. Der Reiz, seine Mitspieler in den Bankrott zu treiben und am Ende als Sieger das Spielfeld mit dem größten Vermögen zu verlassen, hat Jahrzehnte überdauert.

Doch nun sieht der Hersteller offenbar Gefahren heraufziehen: Damit die Attraktivität von „Monopoly“ auch nach dem absehbaren Ende des Bargeldes keinen Schaden nimmt, soll demnächst eine Variante ohne Papierscheine auf den Markt kommen. Bei „Monopoly Ultimate Banking“ bekommen die Spieler Kreditkarten, auf die zu Beginn des Spiels Geldbeträge mittels eines Lesegerätes übertragen werden. Straßen- und Ereigniskarten sind mit Barcodes versehen, die man einscannen kann. In der Version „Monopoly Banking Ultra“ sollen sogar die Immobilienpreise schwanken - so wie es im realen Schwanenwerder schon immer war.

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