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US-Kongress befasst sich mit Abgas-Skandal

Volkswagen US-Kongress befasst sich mit Abgas-Skandal

Die manipulierten Abgastests bei VW werden Thema in einem US-Kongressausschuss. Außerden ermittelt das US-Justizministerium, ob dem Konzern kriminelle Machenschaften vorzuwerfen seien. Das die Nachrichtenagentur Bloomberg.

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Wolfburg/New York. Mit dem VW-Skandal um manipulierte Abgastests in den USA wird sich ein Ausschuss des US-Kongresses befassen. Das kündigten die beiden US-Politiker Fred Upton (Energie- und Handelsausschuss des Repräsentantenhauses) und Tim Murphy (Untersuchungs-Unterausschuss) in Washington an. In den kommenden Wochen wird danach eine Anhörung zu den Vorwürfen der US-Umweltbehörde EPA angesetzt, dass VW Schadstoffmessungen bei Dieselfahrzeug-Tests geschönt haben soll. Das hat VW inzwischen eingeräumt. "Das amerikanische Volk verdient Antworten und Zusicherungen, dass dies nicht wieder passiert", heißt es in der Erklärung der beiden US-Kongressmitglieder.

VW war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. In Kriminalfällen können die Ermittlungen in den USA Monate oder Jahre andauern, ergebnislos enden, aber auch zu heftigen Strafen führen. Das Justizministerium wollte sich gegenüber Bloomberg nicht zu dem Fall äußern.

Der Amerika-Chef von VW, Michael Horn, entschuldigte sich unterdessen. "Wir waren unehrlich", sagte Horn am Montagabend (Ortszeit) bei der Präsentation eines neuen Passat-Modells in New York. "Wir waren unehrlich zur Umweltbehörde EPA, wir waren unehrlich zu den Behörden in Kalifornien und, am schlimmsten von allem, wir waren unehrlich zu unseren Kunden. Um es auf gut Deutsch zu sagen: Wir haben Mist gebaut."

Die US-Umweltbehörde wirft VW die Manipulation von Schadstoffmessungen bei Dieselfahrzeugen vor, es drohen milliardenschwere Strafzahlungen. Die Wolfsburger haben das Fehlverhalten bereits eingeräumt und versprachen, mit der Behörde zu kooperieren. Der Konzern erließ zudem einen Verkaufsstopp für die betreffenden Modelle in den USA.

Neben einem Imageverlust drohen Volkswagen Strafzahlungen von bis zu 18 Milliarden Dollar durch die EPA, Rückrufkosten sowie mögliche Regressansprüche von enttäuschten Kunden und Aktionären. Volkswagen erließ einen Verkaufsstopp für die betroffenen Modelle in den USA. Am Mittwoch will sich der innerste Zirkel des Aufsichtsrats bei einem Krisentreffen mit dem Thema beschäftigten, verlautete aus VW-Kreisen.

Die US-Regierung zeigte sich am Montag "ziemlich besorgt" über das Verhalten des deutschen Autobauers. Letztlich sei es aber Aufgabe der EPA, ihre Regelungen durchzusetzen und gegebenenfalls Ermittlungen anzustoßen, sagte Präsident Barack Obamas Sprecher Josh Earnest in Washington.

Am Wochenende hatte Volkswagen eingeräumt, dass Abgaswerte von Diesel-Autos in den USA für Fahrzeugtests manipuliert worden waren. VW-Chef Martin Winterkorn hatte eine externe Untersuchung und eine rasche Aufklärung zugesagt.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sagte der "Bild"-Zeitung: "VW muss jetzt als erstes das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen, das heißt: vollumfängliche Aufklärung und Transparenz verbunden mit einem Signal, wie man möglichen Schaden beheben will."

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh forderte, die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Er warnte zugleich vor Vorverurteilungen. "Wir gucken uns in den nächsten Tagen an, was passiert ist, wer die Verantwortung trägt", sagte er am Montag auf der IAA in Frankfurt.

Der Abgas-Skandal hat auch das Vertrauen der Anleger erschüttert. An der Frankfurter Börse verlor das Papier von Europas größtem Autobauer am Montag zeitweise mehr als ein Fünftel an Wert und zog auch die Titel anderer Hersteller mit in die Tiefe. Am Handelsende stand noch ein Minus von 18,60 Prozent für die VW-Aktie zu Buche. Das bedeutete einen Börsenwert-Verlust von etwa 14 Milliarden Euro für den Konzern.

dpa

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