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Deutschland / Welt Verunsicherung bremst Investitionen
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12:21 24.07.2016
Arbeiter stehen am zukünftigen Airport Berlin-Brandenburg-International. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Nürnberg

Das britische Brexit-Votum sorgt nach Einschätzung von Ökonomen in vielen deutschen Unternehmen zunehmend für Verunsicherung. Viele Firmenchefs vermissten Klarheit über die künftigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien. Mittelfristig sei daher mit gebremsten Investitionen und einem schwächeren Wachstum der deutschen Wirtschaft zu rechnen, prognostizierten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

"Das könnte dann auch Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt haben - wenn auch nicht allzu gravierend", betonte etwa Allianz-Volkswirt Rolf Schneider. Viel stärker werde in den nächsten Monaten, auf jeden Fall aber 2017, die wachsende Zahl jobsuchender Flüchtlinge für steigende Arbeitslosenzahlen sorgen, glauben die Fachleute.

Schneider rechnet wegen der Brexit-Folgen bereits in diesem Jahr mit einer konjunkturdämpfenden Wirkung, Heiko Peters von der Deutschen Bank dagegen erst 2017. «Wir waren bisher für 2017 von einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts von 1,6 Prozent ausgegangen. Jetzt rechnen wir nur noch mit einem BIP-Wachstum von 1,3 Prozent», berichtete er. Auch andere Geldinstitute haben inzwischen ihre Wachstumserwartungen für 2017 nach unten korrigiert.

"Viele Unternehmen sind wegen des britischen Votums verunsichert und verhalten sich bei Investitionen und der Einstellung von Personal zurückhaltend", berichtet Deutsche-Bank-Ökonom Peters. "Die Verunsicherung über geopolitische Risiken war eh schon groß - und dann kam noch das Brexit-Votum dazu." Commerzbank-Volkswirte Eckart Tuchtfeld rechnet dagegen kurz- und mittelfristig nur mit begrenzten Brexit-Folgen für die deutsche Wirtschaft.

Weitgehend folgenlos für die deutsche Wirtschaft dürfte dagegen nach Meinung der Volkswirte der gescheiterte Putschversuch in der Türkei bleiben. Zwar hätten die Finanzmärkte kurzfristig auf den Vorfall reagiert. "Was die ökonomischen Faktoren des Putschversuchs angeht, hat sich inzwischen aber wieder alles stabilisiert", bilanzierte Peters.

Anders würde sich die Lage darstellen, sollte die Türkei das Flüchtlingsabkommen mit der EU außer Kraft setzen. Dann müsste wohl wieder mit einem verstärkten Flüchtlingszustrom nach Deutschland gerechnet werden, befürchten die Ökonomen. Bislang habe der Arbeitsmarkt den Zustrom aber gut verkraftet. Und Tuchtfeld rechnet auch für die kommenden drei bis vier Monate nur mit einer "moderaten Aufwärtsentwicklung" bei der Flüchtlingsarbeitslosigkeit.

Dabei dürfe allerdings nicht übersehen werden, dass manche arbeitslosen Flüchtlinge derzeit gar nicht in der Arbeitslosenstatistik auftauchten, weil sie Sprach- und berufliche Förderkurse absolvierten. "Das sieht bei man der Unterbeschäftigung, die zuletzt stark angestiegen ist", gibt Peters zu bedenken. Die Unterbeschäftigung umfasst neben Arbeitslosen auch Jobsucher, die Fortbildungs- und Trainingskurse absolvieren.

Im Juli zeigte sich der Arbeitsmarkt nach Einschätzung der Volkswirte weiter robust. Nach ihren Berechnungen waren 2,664 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit; dies wären rund 50 000 mehr als im Juni, aber rund 110 000 weniger als vor einem Jahr. Mit Beginn der Sommerpause zögern manche Unternehmen mit Einstellungen. Dies führt regelmäßig im Sommer zu steigenden Jobsucherzahlen. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Donnerstag (28.7.) veröffentlichen.

dpa

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