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Deutschland / Welt Ab-in-den-Urlaub-Betreiber Unister insolvent
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17:07 18.07.2016
Hat Insolvenz angemeldet: Das Leipziger Internetunternehmen Unister. Quelle: Archiv
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Leipzig

Die Leipziger Internetfirma Unister hat Insolvenz beantragt - vier Tage nach dem Unfalltod ihres Chefs Thomas Wagner. Damit solle die Handlungsfähigkeit des Unternehmens gesichert werden, teilte Unister auf seiner Internetseite mit. Eine Begründung für den Insolvenzantrag wurde nicht genannt. Ausdrücklich betonte Unister: "Die operativen Gesellschaften der Firmengruppe sind nicht von der Insolvenz betroffen."

Das Amtsgericht Leipzig bestätigte am Montag den Eingang des Insolvenzantrags, nannte aber keine Details. Einschlägige Insolvenzgründe sind eine eingetretene oder eine drohende Zahlungsunfähigkeit oder eine Überschuldung des Unternehmens. Zuvor hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" über den Insolvenzantrag berichtet.

Lucas Flöther wird Insolvenzverwalter

Nach Unister-Angaben wurde der Anwalt Lucas Flöther als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt. Flöther gilt als erfahrener Insolvenzexperte. Bundesweit bekannt wurde der Anwalt, dessen Kanzlei Standorte unter anderem in Leipzig, Halle und Magdeburg unterhält, als ihm 2006 das Verfahren für die Leipziger Wohnungsbaugesellschaft West übertragen wurde. Es war einer der größten Anlegerskandale in Deutschland, bei dem mehr als 38.000 Anleger um mehrere hundert Millionen Euro geprellt wurden. Zuletzt führte Flöther unter anderem 2014 den Fahrradhersteller Mifa Sangerhausen aus der Insolvenz.

Unister entwickelt und betreibt Internetportale beispielsweise mit Informations- oder Ratgeberseiten sowie Buchungsportale etwa für Reisen wie Ab-in-den Urlaub.de oder Flüge.de. "Die Portale werden von eigenständigen Unternehmen betrieben, die nicht von der Insolvenz betroffen sind", hieß es in der Mitteilung. Der Konzern beschäftigt diesen Angaben zufolge aktuell rund 1100 Mitarbeiter.

Geschäftsbetrieb läuft ohne Einschränkung weiter

"Der tragische Unfalltod des Gesellschafters bedeutet nicht nur persönlich, sondern natürlich auch gesellschaftsrechtlich und wirtschaftlich einen Einschnitt für das Unternehmen" sagte Flöther laut Mitteilung. Er sei auf Vorschlag der Gesellschafter vom Amtsgericht als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt worden. Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens läuft der Mitteilung zufolge ohne Einschränkungen weiter, die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld gesichert. Insolvenzgeld wird von der Bundesanstalt für Arbeit für den Zeitraum von bis zu drei Monaten gezahlt.

Wagner war am Donnerstag mit einem Kleinflugzeug in Slowenien abgestürzt. Er hatte Unister 2002 in Leipzig gegründet, als er noch Student war. Unister erklärte nach dem Unglück, das Unternehmen werde die Nachfolge Wagners "sehr zeitnah" regeln und kommunizieren.

Für Unruhe sorgten nach dem Absturz Gerüchte, dass Wagner bei dem Flugzeugabsturz eine große Menge Bargeld dabeihatte.

afp/dpa

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