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Nach Katastrophen wackeln Gewinnziele von Versicherern

Schadensmeldungen Nach Katastrophen wackeln Gewinnziele von Versicherern

Die Zerstörungen durch den Hurrikan „Maria“ und das Erdbeben in Mexiko bringen die Gewinnkalkulationen des Versicherers Hannover Rück durcheinander. Donenrstag teilte der drittgrößte Rückversicherer der Welt mit, dass das angestrebte Konzernjahresergebnis von mehr als einer Milliarde Euro möglicherweise nicht erreicht werde.

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Quelle: dpa/Symbolbild

Die Belastung schlägt auch bei der Muttergesellschaft durch. Deshalb warnte die Talanx AG ebenfalls, dass ihr Gewinnziel unter Umständen gefährdet sei.

Die Talanx AG ist mit gut 50 Prozent an Hannover Rück beteiligt, sodass sie indirekt immer mitbetroffen ist, wenn das Unternehmen durch bei Naturkatastrophen entstandene Schäden belastet wird. Außerdem gehört zum Talanx-Konzern mit der HDI Global ein bedeutender Industrieversicherer, der selbst weltweit große Risiken absichert. Deshalb treffen solche Katastrophen auch ihn, wenn etwa Industrieanlagen zerstört werden.

Bei „Irma“ noch gelassen

Noch vor einer Woche hatte sich Hannover Rück nach den Wirbelstürmen „Harvey“ und „Irma“ gelassen gezeigt. Im Gegensatz zum Weltmarktführer Münchener Rückversicherung (Munich Re) sahen die Hannoveraner keinen Grund, ihre Ergebnisplanung zu überarbeiten oder zumindest ein Fragezeichen dahinterzusetzen. Der Wirbelsturm „Maria“ und das schwere Erdbeben in Mexiko haben jetzt jedoch eine neue Situation geschaffen.
Der Talanx-Konzern teilte mit, dass durch diese beiden Katastrophen das sogenannte Großschadenbudget für die ersten neun Monate in der Rück- und Industrieversicherung von 818 Millionen Euro überschritten sein könnte. Damit müsse man das Großschadenbudget für die letzten drei Monate des Jahres möglicherweise schon vorher angreifen – sodass weitere große Schäden im vierten Quartal den Rahmen sprengen würden.

Ein Großteil des Konzern-Großschadenbudgets entfällt auf die Hannover Rück. Insgesamt hat sie für dieses Jahr mit einer Großschadenbelastung von 825 Millionen Euro kalkuliert. Bis zur Jahresmitte war davon nur wenig verbraucht worden, weil es kaum Großschäden gab.

Die Rückversicherer müssen schon länger vergleichsweise wenig Naturkatastrophen-Schäden verarbeiten. Zuletzt hatte es im Jahr 2011 eine Serie von sehr teuren Katastrophen gegeben. Damals wurde Japan vom Tsunami getroffen, in Neuseeland bebte die Erde, und in Australien kam es zu Überschwemmungen in Folge eines Zyklons. Zwar wurde schon 2016 ein deutlicher Anstieg registriert, aber die Zahlen sind immer noch viel niedriger als 2011 oder 2005. Seinerzeit hatten die Hurrikane „Rita“, „Wilma“ und „Katrina“ im Südosten der Vereinigten Staaten gewaltige Schäden angerichtet.

Bald höhere Prämien?

Wenn dieses Jahr die Schadensbilanz deutlich schlechter ausfällt, hat dies für die Rückversicherer jedoch auch eine günstige Konsequenz: Die Prämien, die die Erstversicherer an sie zahlen, dürften steigen. Ohnehin gilt Hannover Rück als überaus vorsichtig bei der Schadenkalkulation „Wir bilden lieber etwas zu viel als zu wenig Rückstellungen“, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens.

So müssen sich auch die Aktionäre von Hannover Rück und Talanx derzeit noch keine Sorgen über ihre Dividenden machen. Die Ausschüttung für 2017 dürfte „aus heutiger Sicht“ jedenfalls nicht geringer ausfallen als im Vorjahr, stellten die Versicherer klar.

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