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Koch will kaum noch einer werden

Nachwuchsmangel Koch will kaum noch einer werden

Die deutschen Hotels und Gaststätten freuen sich in diesem Sommer über steigende Umsätze und eine Rekordzahl an Übernachtungen - aber der Branche fehlt der Nachwuchs. Händeringend werden junge Köche, Restaurant- und Hotelfachleute gesucht.

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Nachwuchssorgen gibt es in der Hotel- und Restaurantszene.

Quelle: dpa/Symbolbild

München. „Die Zahl der Ausbildungsverträge ist stark rückläufig. Bei Köchen und Restaurantfachleuten haben wir ein richtig großes Problem“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Dehoga-Bundesverbandes, Ingrid Hartges, am Wochenende.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit standen im Juli rund 40 000 gemeldeten Lehrstellen halb so viele Bewerber gegenüber. Neben dem demografischen Wandel und dem Trend zum Studium macht der Gastronomie ein Imageproblem zu schaffen. Arbeitszeiten am Abend und am Wochenende schrecken viele junge Leute ab. Leider gebe es auch Firmen, „die nicht so vorbildlich ausbilden“, sagte die Vizepräsidentin des Dehoga-Landesverbandes Bayern, Angela Inselkammer. Jeder fünfte Azubi breche die Ausbildung ab.

Bei den jährlichen Azubi-Umfragen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) belegen Koch- und Hotelfachstellen mit die schlechtesten Plätze. Vor allem Überstunden und Regelverstöße werden laut DGB beklagt. Dehoga-Chefin Hartges forderte, dass die Betriebe mehr in die Qualität der Ausbildung investieren müssten. Gute Hotelfachleute hätten international Karrierechancen.

In Bayern habe es die Gastronomie wegen der Vollbeschäftigung noch schwerer als in anderen Bundesländern, berichtete Inselkammer. Im Wettbewerb mit Industrie und Handwerk habe die Gastronomie das Nachsehen: „In Ingolstadt zum Beispiel, wo Audi ist, kriegen Sie überhaupt keine Lehrlinge mehr.“ Der Freistaat ist wichtigstes Reiseziel in Deutschland. Laut Bundesagentur standen hier 7400 gemeldeten Lehrstellen nur 2300 Bewerber gegenüber.

Die Lücke füllen könnten vielleicht junge Flüchtlinge. Wer als Asylbewerber eine Ausbildung beginnt, darf sie auch beenden und danach weitere zwei Jahre in Deutschland bleiben. Nach Sprachkursen und Praktika könnten 2016 einige hundert Flüchtlinge als Azubis anfangen, sagte Inselkammer.

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