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Nervenprobe mit gutem Ende

Börsenbilanz Nervenprobe mit gutem Ende

Der Dax hat das Börsenjahr 2015 mit einem Gewinn von 10 Prozent abgeschlossen. Dafür gibt es zwei Gründe: das billige Geld bei Zinsen auf tiefstem Niveau und einer guten Konjunktur.

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Prost auf ein erfreuliches Börsenjahr: Ein Händler an der Frankfurter Börse lässt sich am letzten Handelstag 2015 ein Gläschen Sekt schmecken. Foto: dpa

Quelle: Frank Rumpenhorst

Hannover. Der Präsident der Bundesbank-Hauptverwaltung in Hannover kennt sich offenbar gut mit den Rockklassikern der Siebzigerjahre aus - und zitierte gestern in der Börse Hannover die heute nicht mehr so bekannte US-Jazzrock-Band Blood Sweat & Tears. „What goes up, must come down“, beginnt einer ihrer Hits. Stephan Freiherr von Stenglin spielte damit zwar auf die Geldschwemmen-Politik der Europäischen Notenbank an, die irgendwann zu Ende gehen müsse - aber das Zitat passt auch zum Börsenjahr 2015.

Schließlich hatten die Aktienmärkte furios begonnen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schoss bis Anfang April auf ein Allzeithoch von fast 12 400 Punkten, nachdem er unter der Marke von 10 000 Punkten ins Jahr gestartet war. Solche Höchststände hatte dem Aktienindex, der die Kursentwicklung der 30 wichtigsten deutschen Aktien abbildet, kaum einer der Experten zugetraut - auch die Volkswirte der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) nicht.

Dennoch lagen sie am Ende mit ihrer Prognose für das Gesamtjahr ziemlich gut, woran Nord/LB-Vorstandsmitglied Hinrich Holm, zugleich Vorsitzender des Börsenrates, anlässlich der traditionellen Jahresschlussbörse erinnerte. Einen Schlussstand von 10 500 Punkten hatten die Nord/LB-Analysten vorhergesagt. Tatsächlich wurden es 10 743 Punkte - angesichts der üblichen Abweichungen von Prognosen und Realität kann sich die Differenz sehen lassen. Um fast 10 Prozent stieg der Dax im abgelaufenen Jahr.

Holm wies darauf hin, dass das Jahr in einigen Punkten dann doch nicht so verlief wie gedacht. Zum Beispiel habe sich die Wirtschaft im Süden Europas besser entwickelt als von vielen pessimistischen Experten erwartet. Nicht auf dem Radarschirm hatten sie den China-Schock. Dort rutschte nach zahlreichen schlechten Nachrichten die Börse im Spätsommer ab, dies löste auf der ganzen Welt ein Beben mit massiven Kursverlusten aus. Auch der Dax rutschte im September bis auf 9400 Punkte ab.

3000 Punkte Schwankungen beim Dax innerhalb von einigen Monaten - dies nennt man im Börsenjargon Volatilität. Bewegte Zeiten dürften der Börse auch im kommenden Jahr bevorstehen, meint die Nord/LB. Risiken gibt es schließlich weiterhin reichlich. Dennoch sind die Nord/LB-Experten optimistisch gestimmt. Dazu tragen die weiterhin günstigen Wirtschaftaussichten bei. So rechnen Ökonomen für 2016 mit einem Anstieg der deutschen Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent.

Zum Jahresende könnte der Dax 11 800 Punkte erreichen, glaubt Holm, offenbar aber ohne allzu großes Zutrauen in die eigene Prognose. „Dieser Wert sei „fundamental vielleicht noch zu begründen“. Euphorie hört sich anders an. Immerhin habe die Bank aber die „Blasenbildung“ für dieses Jahr aus ihrem Risikenkatalog gestrichen.

Die Gefahr einer Blase wird an die Wand gemalt, da die Notenbanken seit Jahren die Märkte mit billigem Geld fluten und damit die Kurse von Anleihen und Aktien in die Höhe treiben. Hier gab es jedoch erst vor wenigen Wochen eine erstes Wendezeichen. Die US-Notenbank Fed hob die Leitzinsen an, was sie zuletzt vor rund zehn Jahren getan hatte. Damit driften die Zentralbanken diesseits und jenseits des Atlantiks erstmals auseinander, denn die Europäische Zentralbank will noch bis weit ins Jahr 2017 hinein an ihrer extrem lockeren Geldpolitik festhalten. Die Folge sind Zinsen nahe null Prozent, was wiederum weiterhin für Dividendenwerte, also Aktien, spricht.

Beim Blick auf die Aktienbilanz 2015 zeigt sich erneut: Niedersächsische Aktien sind besser als der Dax; jedenfalls gemessen an der Entwicklung des Index Nisax, dem die Kursentwicklung von 20 niedersächsischen Aktien zugrundeliegt. Er hat mit einem Plus von 20 Prozent ungefähr doppelt so stark zugelegt wie der Dax - trotz des hohen Gewichtes der Volkswagen-Aktie, die zu den Topverlierern zählt. Dafür sind im Nisax auch einige Aktien vertreten, die bestens abgeschnitten haben - von Sartorius über die Hausbaufirma Helma bis zur Hannover Rück.

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