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Deutschland / Welt Neue Gerüchte um Strip-Partys bei Ergo
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18:49 19.07.2011
Der Ergo-Konzern steht weiterhin in der Kritik. Quelle: dpa
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So berichten mehrere Medien übereinstimmend von Strippartys im Lüneburger Innenstadt-Hotel „Seminaris“, das Ergo mehrheitlich gehört. Dort sollen Frauen vor Vertretern der Ergo-Tochter Hamburg-Mannheimer International gestrippt haben, wofür ihnen die Vertriebler Geldscheine in den Tanga gesteckt haben sollen.

Ein Ergo-Sprecher sagte dazu am Sonntag, was auch immer dort geschehen sein möge – es sei nicht von Ergo organisiert gewesen. Ergo bleibe bei der Aussage, dass es eine vom Unternehmen organisierte Party wie in Budapest nicht wieder gegeben habe. Der Lüneburger Hotelchef sagte laut „sueddeutsche.de“, ihm sei von einer solchen Veranstaltung nichts bekannt. „Würde ein Kunde, egal welcher, uns mit derartigen Vorführungen überraschen, würde ihm ein Hausverbot erteilt.“ Der Ergo-Sprecher betonte, Seminare wie das in Lüneburg würden von selbstständigen Vermittlern in eigener Regie organisiert. Ob es dort Stripperinnen oder gar Prostituierte gegeben habe, wisse er nicht. Als Reaktion auf Budapest sei aber auch ein Verhaltenskodex für selbstständige Vermittler erlassen worden.

Die Affären um die Lustreisen haben den Versicherer indes nach eigenen Angaben kaum Kunden gekostet. „Verloren haben wir mit konkretem Bezug darauf etwa 500 Kunden – von insgesamt immerhin 20 Millionen“, sagte Ergo-Chef Torsten Oletzky der „Rheinischen Post“. Der Chef des Mutterkonzerns Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft (Munich Re), Nikolaus von Bomhard, stellte sich hinter den Ergo-Chef. Die Düsseldorfer waren durch eine Budapester Sex-Party mit Prostituierten als Belohnung für Versicherungsvertreter in die Schlagzeilen geraten. Außerdem musste der Konzern einräumen, dass er Riester-Verträge mit falschen Kostenberechnungen verkauft hatte. Zudem soll Ergo Kunden für sie ungeeignete Versicherungspolicen verkauft haben. Der Konzern hatte dafür Entschädigungen angekündigt und sich in großen Zeitungsanzeigen entschuldigt.

Zum Stand der internen Ermittlungen sagte Oletzky: „Wir haben jetzt einen ersten Zwischenbericht der Wirtschaftsprüfer von PriceWaterhouseCoopers erhalten.“ Für Anfang August rechne man mit dem Abschlussbericht. Nach eigenen Erkenntnissen seien 12 000 Kunden betroffen, „aber sie sind nicht geschädigt“, betonte Oletzky. Ergo werde den Fehler beheben: „Die Kunden bekommen so am Ende mehr, als wenn das korrekte Formular verwendet worden wäre.“

Trotz aller Negativschlagzeilen steht der Mutterkonzern Munich Re weiter hinter Vorstandschef Oletzky. „Ich schätze Herrn Oletzky persönlich und als Manager seit vielen Jahren“, sagte Munich-Re-Chef Nikolaus von Bomhard der „Welt“. Oletzky sei der richtige Mann, um die Vorfälle aufzuklären und die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Allerdings machte Bomhard auch deutlich, dass das Image des gesamten Konzerns gelitten habe, gerade im Ausland. Ergo müsse nun „schnell aus der aktuell sehr unbefriedigenden Situation herauskommen“. Einem Verkauf der Erstversicherungstochter erteilte von Bomhard erneut eine Absage.

dpa/e

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