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Neuer Ärger um das Adlon in Berlin

Hotel am Brandenburger Tor Neuer Ärger um das Adlon in Berlin

Versprochen waren hohe Renditen – doch wer sein Geld ins Hotel Adlon am Brandenburger Tor investiert hat, muss sich seit Jahren mit mickrigen Ausschüttungen begnügen. Nun rumort es hinter den Kulissen der Luxusherberge.

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Anno August Jagdfeld ist einer der bekanntesten Immobilien-Entwickler Deutschlands. Der 65-Jährige hat das Hotel Adlon wieder aufgebaut.

Quelle: dpa

Berlin. Die Anleger des Fundus Fonds Nr. 31, dem auch das Adlon gehört, wollen den Initiator des kostspieligen Neubaus entmachten – für den Immobilien-Kaufmann Anno August Jagdfeld könnte es eng werden.

Seit Herbst 2008 fordert der Initiator des Fonds von seinen Gesellschaftern den Verzicht auf Zahlungen der Adlon Holding – neben der Hotelkette Kempinski ist die Gesellschaft der zweite Pächter des Fünf-Sterne-Hauses: Die Adlon-Holding betreibt Restaurants, Bars, eine Weinhandlung und das Luxusbad im Adlon – und ist finanziell in Bedrängnis geraten.

Jagdfeld nennt als Gründe „die Wirtschaftskrise und einige Sonderfaktoren“. Ein Teil der Anleger, die einst insgesamt 223 Millionen Euro in das Hotel investierten, nimmt ihm das jedoch nicht ab und probt erneut den Aufstand. Auf einer Gesellschafterversammlung am 26. August wollen sie über die Ablösung Jagdfelds abstimmen lassen. Der Berliner Anwalt Thomas Fritsch schätzt, dass sich seit 2008 fast 8 Millionen Euro nicht ausgezahlter Pacht aufsummiert haben, die Holding spricht von rund 7 Millionen Euro.

Schon im Frühjahr vorigen Jahres machten die Gesellschafter Front gegen den 64 Jahre alten Immobilienentwickler. Die Rebellen hatten sich 2009 zusammengetan. Mittlerweile zählt die Vereinigung rund 220 frustrierte Geldgeber, die von Fritsch betreut werden. Im Raum steht der Vorwurf, Jagdfeld profitiere vom Pachtverzicht auf Kosten des Adlon-Fonds, den er selbst aufgelegt hat und dessen Geschäftsführer er ist.

Die Adlon Holding, ein Unternehmen der Jagdfeld-Gruppe, soll allein 2009 Verluste von 2 Millionen Euro geschrieben haben. Pikant ist dabei: Jagdfelds Sohn Julius leitet das Unternehmen. Lange ging es in dem Streit, der schon Gerichte beschäftigte, um die Offenlegung von Zahlen. Fritsch kritisierte, dass Jagdfeld ein System installiert habe, „bei dem sich die Gesellschafter untereinander nicht kannten“. Nach einem Urteil vom Jahresanfang mussten die Namen und Anschriften der etwa 4400 Anleger bekanntgegeben werden.

Jagdfeld wirft Fritsch seinerseits Falschbehauptungen und Halbwahrheiten vor. „Er ist ein Brandstifter, der nach der Feuerwehr ruft“, erklärt der Unternehmer. Die Anschriften der Gesellschafter seien lange aus rechtlichen Gründen nicht offengelegt worden, weil der Fonds nach treuhänderischem Modell aufgelegt worden sei. „Die Bekanntgabe der Namen war bis Januar verboten“, sagt ein Sprecher Jagdfelds. Auch der Pachtverzicht in Höhe von 7 Millionen Euro sei kein Geheimnis. „Das Geld ist aber nicht weg. Es wird zurückgezahlt, sobald sich die Zahlen bessern.“

Die Verluste der vergangenen Jahre begründet die Adlon Holding mit der Wirtschaftskrise und Verzögerungen bei den Umbauarbeiten an der Südseite des Adlons, die zu einer verspäteten Eröffnung der dortigen Betriebe geführt haben. Vor 17 Jahren hatte Jagdfeld den Fonds aufgelegt. Mit der Aussicht auf den Wiederaufbau des im Mai 1945 fast völlig zerstörten Adlon-Hotels konnte er Anwälte, Ärzte und Unternehmer anlocken. Diese versprachen sich hohe Renditen und Steuervorteile.

Doch seit der Eröffnung des Luxushotels 1997 kamen bis heute insgesamt nicht mehr als 18 Prozent an Ausschüttung heraus, wie Jagdfeld in der „Süddeutschen Zeitung“ berichtet. Als Grund nennt er den starken Wettbewerb in Berlin, der die Preise drücke. Der Fonds habe dennoch 15 Millionen Euro auf dem Konto. „Damit stehen wir unter allen Berliner Luxushotels am besten da. Es ist die freie Entscheidung der Anleger, ob ausgeschüttet oder angespart werden soll“, sagt Jagdfeld. Mitpächter Kempinski zahlt 12 Millionen Euro Pacht jährlich in den Topf.

Anwalt Fritsch wirft Jagdfeld vor, nach 2009 keine neuen Mieter für Restaurants und Wellnessbereich gesucht zu haben. Jagdfeld sagt, es habe keine Interessenten gegeben: „Die Alternative wäre jahrelanger Leerstand gewesen, die Anleger hätten die Pacht ganz abschreiben müssen.“ Eine von Fritsch organisierte Schutzgemeinschaft der Anleger will eine neue GmbH installieren, deren Geschäftsführer sollen die Verwaltung des Adlon kontrollieren.

dpa

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