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Deutschland / Welt Neuer Korruptionsverdacht am BER
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18:53 26.02.2015
Neuer Korruptionsverdacht beim BER. Quelle: Ralf Hirschberger
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Berlin

Wie der Neuruppiner Oberstaatsanwalt Frank Winter am Donnerstag bestätigte, ermittelt die Anklagebehörde bereits seit Dezember wegen des Verdachts der Bestechung und Bestechlichkeit im besonders schweren Fall gegen einen früheren Bereichsleiter des Flughafens und vier frühere leitende Mitarbeiter eines Auftragsnehmers. Über den Fall berichtete am Donnerstag die "Bild am Sonntag" vorab. Flughafen-Sprecher Ralf Kunkel sagte, alle dem Airport zugänglichen Unterlagen zu dem Fall seien der Staatsanwaltschaft übergeben worden.

Interne Ermittlungen seit 2013

Der Energie- und Gebäudetechnik-Konzern Imtech mit Sitz in den Niederlanden war in den vergangenen Jahren durch erhebliche Unregelmäßigkeiten aufgefallen. So hatte die deutsche Tochter nach Konzernangaben über Jahre hinweg Umsätze ausgewiesen, die es gar nicht gab. Das führte zu höheren Boni für die Führungsetage. Die vier Beschuldigten wurden im Zusammenhang mit dieser Affäre gefeuert, wie Imtech-Sprecher Ward Snijders sagte. Gegen sie sei seit 2013 intern ermittelt worden. Für die Anschuldigungen in Sachen Flughafen habe man in den Büchern aber keine Beweise gefunden.

Nach Recherchen der Zeitung geht es um eine Zahlung in Höhe von 60 Millionen Euro an Imtech sowie an die Arbeitsgemeinschaft von Imtech und dem Gebäudetechnik-Anbieter Caverion. Sie sollen das Geld für Nachträge erhalten haben, bevor der Flughafen die entsprechenden Rechnungen geprüft hatte. Der zuständige Bereichsleiter am Flughafen soll dafür einen Millionenbetrag von Imtech bekommen haben. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich zu diesen Details nicht, sprach am Donnerstag aber von "einem größeren Geldbetrag".

Bislang nur ein Verdacht

Winter betonte, dass es sich bisher nur um einen Verdacht handele: "Wir stehen am Anfang der Ermittlungen." Imtech und Caverion arbeiten seit Jahren an der Brandschutzanlage des Flughafens mit, die bislang nicht durchgängig funktionstüchtig ist. Nach den von Airport-Sprecher Kunkel genannten Unterlagen war der Beschuldigte demnach einige Monate beschäftigt: "Sollte der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg ein Schaden entstanden sein, behält sich das Unternehmen rechtliche Schritte vor." Erst im vergangenen Jahr hatte eine Korruptionsaffäre den Flughafen erschüttert, an deren Ende Jochen Großmann wegen Bestechlichkeit und Betrugs verurteilt wurde. Der Dresdner Ingenieur war zunächst Berater des Flughafens, dann ab April als Technikchef angestellt.

Zwei Monate später wurde er nach Bekanntwerden der Korruptionsaffäre um einen Planungsauftrag für die Entrauchungsanlage entlassen. Der Grünen-Abgeordnete Harald Moritz fordert nun, die Bücher des Flughafens umfassend von externen Fachleuten auf mögliche Korruptionsfälle durchforsten zu lassen.

dpa

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