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Deutschland / Welt Nur ein „Schein-Amt“ für Hohmann-Dennhardt?
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Nur ein „Schein-Amt“ für Hohmann-Dennhardt?
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10:04 23.02.2017
Von Jens Heitmann
Die ehemalige VW-Rechtschefin Christine Hohmann-Dennhardt.  Quelle: AP
Hannover

Glücklich ist über die Verpflichtung von Christine Hohmann-Dennhardt heute niemand mehr – weder in Wolfsburg noch beim Land Niedersachsen. Aber als Volkswagen die Juristin zum Jahreswechsel 2016 beim Konkurrenten Daimler abwarb, hatte der Konzern keine allzu große Auswahl: Wegen des Abgas-Skandals in den USA benötigte man dringend Expertise im Bereich Compliance, also bei der Einhaltung von Gesetzesvorschriften und Richtlinien – und vor dem Hintergrund der Diskussion über eine Frauenquote schien es nicht von Nachteil, eine frühere Verfassungsrichterin für die Aufgabe zu gewinnen.

Spätestens als die Juristin Ende Januar 2017 nach nur 13 Monaten im Amt wieder ausschied, wurde jedoch klar, dass die Berufung offenbar ein Fehlgriff war. Die niedersächsische Landesgruppe der CDU-Bundestagsfraktion hegt nun den Verdacht, dass die Personalie „von Beginn an als ein Schein-Amt bzw. ein Feigenblatt gedacht war“, wie es in einem Brief ihres Vorsitzenden Mathias Middelberg an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) heißt, der der HAZ vorliegt.

Weil soll als VW-Aufsichtsrat Sonderprüfung veranlassen

Als Indiz dafür wird angeführt, dass Volkswagen parallel zur Besetzung des neuen Vorstandsressorts mit Manfred Döss einen neuen Leiter der Rechtsabteilung installiert habe, der zugleich Vorstand bei der Porsche Holding ist, in der die Familien Piëch und Porsche ihre VW-Aktien gebündelt haben. Das „musste erkennbar zu Überschneidungen, Ineffizienzen und sogar zu Kollisionen führen“, schreibt Middelberg. Dass dem später wohl auch so war, zeigt der Abgang von Hohmann-Dennhardt vor wenigen Wochen „aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über Verantwortlichkeiten und die künftigen Arbeitsstrukturen in ihrem Ressort“.

Dies habe VW erheblichen Schaden zugefügt, meint die CDU unter Verweis auf die Einmalzahlung von 13 Millionen Euro und eine monatliche Rente von 8000 Euro. Deshalb solle Ministerpräsident Weil als VW-Aufsichtsrat den Fall im Rahmen einer Sonderprüfung untersuchen lassen, fordert Middelberg. Die Staatskanzlei in Hannover wollte dazu am Mittwoch keine Stellung nehmen.

Unterdessen drängen die Sozialdemokraten auf eine Begrenzung von Managergehältern – auch der Ministerpräsident verfolgt dieses Ziel. Am Freitag will der VW-Aufsichtsrat dazu neue Regeln beschließen. Die SPD-Bundestagsfraktion hat gestern angekündigt, einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorzulegen. Es gehe nicht an, dass Vorstände teilweise das 50- oder 100-Fache eines normalen Facharbeiters verdienten, betonte Fraktionschef Thomas Oppermann. Bei Managementfehlern solle der Aufsichtsrat darüber hinaus auch Boni kürzen dürfen: „Schlechte Leistungen dürfen nicht auch noch prämiert werden.“

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