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Patienten haben Anspruch auf Medikamentenplan

Gesundheitspolitik Patienten haben Anspruch auf Medikamentenplan

Vom 1. Oktober an haben Patienten einen Anspruch auf einen Medikationsplan, wenn sie mindestens drei verordnete Arzneimittel einnehmen. Die Unzufriedenheit der Apotheker mit der Honorierung ihrer Leistungen könnte jedoch dazu führen, dass die Versicherten schlechter beraten werden als vom Gesetzgeber erhofft.

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Quelle: dpa

„Wir werden unsere Patienten weiterhin bei ihrer Therapie unterstützen, unsere Leistungen beim Medikationsplan jedoch auf das gesetzliche Minimum reduzieren“, sagte die Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, Magdalene Linz, der HAZ. Während die niedergelassenen Ärzte von den Krankenkassen jährlich 163 Millionen Euro für die Aufstellung der Arzneiliste bekommen, gehen die Apotheker leer aus.

Nach Berechnungen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK müssen fast 20 Millionen Versicherte einen Medikationsplan bekommen. „Das Gros der Patienten wird älter als 65 Jahre sein“, heißt es. Mehr als drei Viertel der über 75-Jährigen dürften einen Anspruch darauf haben: In dieser Altersgruppe nehmen Patienten im Schnitt fünf verschiedene vom Arzt verordnete Wirkstoffe am Tag ein. Im Idealfall stimmen Fachmediziner schon heute die Medikamentengabe mit dem Hausarzt ab, auch der Apotheker sollte in die Informationskette eingebunden sein. Doch in der Realität sei das leider oft nicht der Fall, heißt es in einem Gutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen. Daraus hat der Gesetzgeber die Konsequenz gezogen.

Viele Versicherte bringen sich durch Unwissenheit in Gefahr

Aktuell sind rund 20.000 verschreibungspflichtige Arzneien verfügbar, weitere 60.000 Medikamente dürfen nur in Apotheken verkauft werden. Jeder Deutsche schluckt im Schnitt täglich eineinhalb verordnete Medikamente, dazu kommen rezeptfreie Präparate. Fast jeder hundertste Patient kommt wegen unerwünschter Arzneimittelwirkungen ins Krankenhaus – das sind rund 135 000 Menschen pro Jahr. Viele Versicherte wissen nicht, dass schon die regelmäßige Einnahme gängiger Schmerztabletten Magenblutungen hervorrufen können.

In der ersten Stufe sollen die Patienten den Medikationsplan in Papierform bekommen. Der Arzt muss darin Wirkstoff, Handelsnamen, Stärke, Darreichungsform und Dosierung vermerken sowie Hinweise zur Einnahme – etwa vor oder nach den Mahlzeiten. Ändert sich die Medikation, muss das im Plan vermerkt werden.

Das gilt jedoch nur für die vom Arzt verordneten Präparate. Kauft der Patient in der Apotheke weitere frei verkäufliche Medikamente, tauchen diese in der Auflistung nicht automatisch auf. Laut Gesetz kann der Kunde vom Pharmazeuten eine Aktualisierung des Medikationsplans verlangen – der Apotheker muss das aber von sich aus nicht ausdrücklich anbieten.

"Unverständlich, warum Apotheker nicht berücksichtigt werden."

Die Apotheken sind verärgert über die fehlende Vergütung: „Es ist für mich völlig unverständlich, warum die Apotheker hier nicht berücksichtigt werden“, sagte Linz. „Unsere Forderung ist eine entsprechende Nachbesserung des Gesetzes, die unserem Stellenwert im Gesundheitswesen entspricht.“

Ärzte stehen bereit

Die niedergelassenen Mediziner stehen bereit, der Medikamentionsplan sei bereits in die Praxissoftware integriert, sagte ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen: „Die Kollegen sind vorbereitet.“ Nach der Behandlung erstellen die Ärzte von Oktober an gegebenenfalls eine Arzneimittelliste und drucken sie für den Patienten aus. Der Versicherte muss dann selbst dafür Sorge tragen, dass sie beim Besuch eines anderen Mediziners oder beim Kauf nicht rezeptpflichtiger Präparate in der Apotheke auf den neuesten Stand gebracht wird. Dafür ist dort ein Scanner nötig, um die Daten des Medikamentionsplans über den Barcode in das jeweilige EDV-System übernehmen zu können.

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