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Übernahmemarathon

Porsche sieht sich von Wulff ausgebremst

Von Lars Ruzic

Der Machtkampf zwischen Volkswagen und Porsche eskaliert zum Nord-Süd-Konflikt. Ins Zentrum der Kritik aus Stuttgart ist Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff gerückt.
Porsche-Chef Wiedeking

Porsche-Chef Wiedeking

© Michael Latz/ddp

Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück warf Wulff auf einer Betriebsversammlung vor, er wolle Porsche schaden, um den Sportwagenbauer schließlich günstig übernehmen zu können. Außerdem habe Wulff Kredite für Porsche gezielt blockiert. Der Betriebsratschef forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, Wulff „in die Schranken zu weisen“.

Die Antwort der hannoverschen Staatskanzlei ließ nicht lange auf sich warten. Hück fürchte offenbar um seine Privilegien, falls Porsche eine VW-Tochter werde, sagte ein Sprecher. „Anders lassen sich seine unwahren Behauptungen kaum erklären.“ Allerdings sei es „im Interesse von Porsche“ auch zu begrüßen, wenn Hück seine Allmacht verlieren sollte.

Die Tiraden des Arbeitnehmervertreters verärgern zunehmend auch die Funktionäre in der IG Metall, die dazu jedoch öffentlich keine Stellung nimmt. Hück gilt neben Konzernchef Wendelin Wiedeking als schärfster Gegner einer Eingliederung Porsches in den VW-Konzern. Einen Bericht der „Wirtschaftswoche“, dass Wiedeking das Unternehmen verlassen werde, bestritt ein Porsche-Sprecher mit dem Hinweis, dies sei „Mobbing“ der Gegenseite. Auch nach Informationen dieser Zeitung dürften Wiedekings Tage jedoch gezählt sein, falls sich das Modell von Porsche-Großaktionär und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch durchsetzen sollte.

Er will, dass Porsche als zehnte Marke von Wolfsburg aus regiert wird. VW hat daher bereits ein Angebot für zunächst 49 Prozent an dem Autobauer abgegeben. Wiedeking will dagegen die hervorgehobene Machtposition Porsches mit in demn integrierten Autokonzern, den beide Seiten anstreben, konservieren. Der Sportwagenbauer hält 51 Prozent an VW und hatte sich mit den Aktiengeschäften überhoben. Inzwischen drücken das Unternehmen Schulden in Höhe von mehr als neun Milliarden Euro. Seite Tagen brüten die Eigentümer über der Frage, wie sie aus der Schuldenfalle kommen.

Das angekündigte Engagement des Emirats Katar, das Porsche unter anderem seine Optionen auf VW-Aktien abnehmen will, reicht dafür offensichtlich nicht aus. Inzwischen seien auch die Familien zu einer milliardenschweren Kapitalspritze bereit, hieß es in Stuttgart. Damit hätte Ferdinand Piëch einen Teilerfolg errungen. Der Porsche-Enkel hatte bereits vor Wochen eine Kapitalerhöhung gefordert. Schließlich werde VW kaum die Risiken von Porsche übernehmen wollen. Bis zum 23. Juli müssen die Eigentümer Einigkeit hergestellt haben, wie es ihre Statuten verlangen.

An diesem Tag trifft sich zunächst der VW-, anschließend der Porsche-Aufsichtsrat, um über die unterschiedlichen Modelle zu beraten. Beide Sitzungen finden in Stuttgart statt. Hück forderte die Altaktionäre auf, Porsches Unabhängigkeit zu bewahren. Der Konzernbetriebsrat wolle dafür jedenfalls „bis zum Äußersten“ kämpfen. Zumal ein Verkauf auch VW schädigen würde, das sein Geld selbst gut gebrauchen könne.

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  • Hier gibt es scheinbar eine Unverträglichkeit? Volker Rockel – 16.07.09
    In der Tat kommt einem das Verhalten von Herrn Wulff etwas befremdlich vor! Insoweit ist es sicherlich ein Beispiel dafür, dass es wichtig ist den Staat/die Länder nicht unbedingt zu mitsprachefähigen Anteilseignern marktwirtschaftlich orientierter Unternehmen zu machen!

    Politische Ambitionen und Verantwortung als Miteigentümer, scheinen sich vereint in der Person von Politikern, nur schwer miteinander zu vertragen und die Grenzen von politischem und marktwirtschaftlichem Handeln aufzulösen!?

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