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Sollte das Land bei VW entmachtet werden?

Großaktionäre Sollte das Land bei VW entmachtet werden?

Bei VW drohen vor der anstehenden Hauptversammlung neue Turbulenzen. Hinter den Kulissen tobt noch immer ein Machtkampf. Wie Freitag bekannt wurde, haben die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch offenbar versucht, den Einfluss des Landes Niedersachsen zu beschneiden.

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Gibt es einen Machtkampf bei VW? Dachgesellschaft Porsche SE als VW-Großaktionär dementiert.

Quelle: dpa/Archiv

Wolfsburg. Das Land besitzt 20 Prozent der VW-Stammaktien und hat damit ein Vetorecht bei allen wichtigen Entscheidungen.

Die Eigentümer hätten eine Entmachtung auf kaltem Wege geplant, berichtete der „Spiegel“. Sie seien dafür gewesen, in diesem wie im kommenden Jahr keine Dividende auszuzahlen. Bleibt die Zahlung zwei Jahre hintereinander aus, würden laut Aktienrecht die bisher stimmrechtslosen Vorzugsaktien stimmberechtigt. Der Anteil Niedersachsens würde sich fast halbieren, das Vetorecht wäre weg.

In einer Abstimmung im Aufsichtsrat sollen die Vertreter der Eigentümerfamilien und zwei Vertreter Katars dafür votiert haben, für 2015 keine Dividende zu zahlen. Sie seien jedoch von der Arbeitnehmerfraktion und den zwei Vertretern des Landes, Ministerpräsident Stephan Weil und Wirtschaftsminister Olaf Lies, überstimmt worden. Laut „Spiegel“ berieten die Porsches und Piëchs in einer anschließenden Versammlung, ob sie diesen Aufsichtsratsbeschluss ignorieren und die Dividenden-Streichung auf der Hauptversammlung am 22. Juni durchsetzen sollten. Am Ende habe dies der um Ausgleich bemühte Wolfgang Porsche verhindert.

In der niedersächsischen Landesregierung gab es am Freitag keinen Kommentar zu dem schwelenden Machtkampf. Regierungssprecherin Anke Pörksen verwies lediglich auf eine Erklärung der Dachgesellschaft Porsche SE. „Es gibt und gab keinen Machtkampf der Großaktionäre bei Volkswagen“, sagte ein Sprecher der Porsche SE in Stuttgart. Die Porsche SE unterstütze gemeinsam mit den Großaktionären Niedersachsen und Katar den VW-Vorstand „bei der Bewältigung der Abgasthematik und der Neuausrichtung des Konzerns“.

VW-Konzernchef Matthias Müller bekräftigte vor Führungskräften in Wolfsburg die Notwendigkeit einer neuen Konzernstrategie. „Ein Unternehmen dieser Größe, dieser Internationalität und Komplexität kann man nicht mit den Prinzipien und Strukturen von gestern steuern – so erfolgreich diese auch gewesen sein mögen“, betonte Müller.

Auch die Elektro-Offensive bei VW bekommt langsam Konturen: Der Konzern steckt sich ein erstes Verkaufsziel für seine E-Autos. Im Jahr 2025 will Volkswagen mit seinen Marken VW, Audi, Porsche und Co. eine Million reine Elektroautos und Hybridfahrzeuge verkaufen, sagten Unternehmensvertreter in Wolfsburg. Jedes zehnte verkaufte Auto hätte damit nach heutigem Stand einen Batterieantrieb an Bord.

Unterdessen haben sich VW und die Gewerkschaften auf einen neuen Haustarif für die 120.000 Beschäftigten des Konzerns geeinigt. Sie müssen trotz der Diesel-Affäre keine Abstriche im Vergleich zu den Metallarbeitern in der Fläche machen. Die Tarifeinkommen steigen in einem ersten Schritt ab September um 2,8  Prozent und ab August nächsten Jahres um weitere 2 Prozent.

Von Heiko Lossie 
und Michael B. Berger

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Der streitbare VW-Investor Christopher Hohn schießt sich auf den Großaktionär Niedersachsen ein. Das Land und seine Politiker stünden „für all die Skandale, für all die Ineffizienz und für die mangelnde Produktivität insbesondere in den niedersächsischen Fabriken“, sagte der Chef des Hedgefonds TCI in einem Interview mit dem „Manager Magazin“.

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