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Deutschland / Welt Post sagt Autobauern den Kampf an
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00:15 15.04.2017
Elektrofahrzeuge für Lieferdienste und Handwerker: Die Post will schon bald 20 000 Streetscooter im Jahr bauen. Foto: Streetscooter
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Bonn/Hannover

„Wir werden in Nordrhein-Westfalen eine zweite Fabrik für den Streetscooter aufbauen, die noch dieses Jahr starten soll“, sagte der für das Paketgeschäft zuständige Vorstand, Jürgen Gerdes, der „Rheinischen Post“. Der Manager ist auch für das Start-up zuständig, das die E-Lieferwagen entwickelt hat und seit dem Jahr 2014 der Post gehört.

Die Post hat derzeit 2500 solcher Fahrzeuge in Deutschland und 100 in den Niederlanden im Einsatz. In den zwei Werken sei eine Produktionskapazität von bis zu 20 000 Streetscootern im Jahr geplant. Bisher sind etwa 200 Mitarbeiter mit der Produktion und Entwicklung dieser Lieferfahrzeuge beschäftigt. Das neue Werk soll ebenfalls in Nordrhein-Westfalen stehen. „Es ist sinnvoll, dass die Techniker und Führungskräfte des Mutterwerkes in Aachen kurze Wege haben“, sagte Gerdes.

Verkauf an Dritte startet

Der schon länger angekündigte Verkauf der E-Lieferwagen an Kunden außerhalb des Post-Konzerns steht unmittelbar bevor. Die Preise für das Basismodell beginnen bei 32 000 Euro. Die Verträge seien unterschriftsreif, hieß es.

Mindestens die Hälfte der diesjährigen Jahresproduktion ist für externe Interessenten vorgesehen - vor allem bei Kommunen, strategischen Partnern und großen Flottenkunden. Dieser Schritt gilt in der Branche als eine Kampfansage an die großen Autohersteller, die sich noch in der Testphase befinden. „Wir bleiben Motor der Elektromobilität und wollen Marktführer in der grünen Logistik werden“, sagte Gerdes. Die Post will ihren Kunden über ihre Tochter Post Service ähnliche Dienstleistungen anbieten wie Volkswagen oder Mercedes: „Es wird eine Werkstattgarantie wie bei klassischen Autoherstellern geben.“

Handwerker und Lieferdienste warten vor dem Hintergrund drohender Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Städten wie Stuttgart auf alternative Antriebe. Auch die etablierten Autokonzerne wollen sich den neuen Markt erschließen. So wird Daimler bis zum Jahr 2020 dem Paketdienst Hermes 1500 Elektrotransporter der Reihen Vito und Sprinter liefern - Anfang 2018 soll es mit Pilot-Einsätzen in Stuttgart und Hamburg losgehen. Daimler hatte schon 2012 einen Transporter mit E-Antrieb auf den Markt gebracht, das Angebot aber mangels Nachfrage eingestellt.

China treibt die Nachfrage

Volkswagen Nutzfahrzeuge will im Herbst die ersten Elektro-Crafter zur Erprobung an Kunden übergeben. Das Modell soll eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometern je Stunde erreichen und eine Reichweite von rund 200 Kilometern haben. Es wird in der neuen Fabrik im polnischen Wrzesnia nahe Posen produziert.

Die Nachfrage der Kunden sei aber noch zurückhaltend, sagte ein Unternehmenssprecher. Das werde sich erst ändern, „wenn die Gesamtkosten aus Erwerb und Betrieb eines E-Transporters auf das Niveau eines verbrennungsbetriebenen Fahrzeuges gesunken sind“.

Nach Einschätzung des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen dürfte der Markt für E-Lieferwagen rasant wachsen. Bis zum Jahr 2020 könne in Deutschland jeder dritte Neuwagen in der Gewichtsklasse des Streetscooters mit Strom betrieben werden. Bis 2025 dürfte dieser Anteil auf mehr als zwei Drittel steigen. Hierzulande verkaufen die Hersteller jährlich etwa 30 000 neue leichte Transporter - jeder sechste ist ein VW Caddy. „Der wesentliche Treiber für das Geschäft ist aber China“, sagte Dudenhöffer. Dort könnten in zehn Jahren bis zu 200 000 E-Transporter abgesetzt werden.

Von Annika Grah
 und Jens Heitmann

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