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Deshalb bringt der Strompreisfall dem Kunden nichts

Steigende Kosten Deshalb bringt der Strompreisfall dem Kunden nichts

Weil die Nachfrage nach Strom nicht steigt, fallen die Preise an der Börse. Die privaten Verbraucher profitieren davon jedoch nicht – im Gegenteil: Sie müssen quer durch die Republik mehr bezahlen. Die Stadtwerke Hannover verlangen seit dem Jahreswechsel 1,9 Prozent mehr.

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Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox hat zum Jahreswechsel jeder fünfte Grundversorger seine Preise erhöht - auch die Stadtwerke Hannover.

Quelle: Heusel

Hannover. Während die Strompreise für private Verbraucher auf breiter Front steigen, können sich die Energieversorger im Großhandel immer billiger eindecken. Nachdem die Preise an der Strombörse bereits 2015 ein Elf-Jahres-Tief markiert haben, hält die Talfahrt unvermindert an: Für kurzfristige Lieferungen wurden im Februar am Spotmarkt nur noch zwischen 2,2 und 2,6 Cent je Kilowattstunde verlangt – ein Minus von 25  Prozent im Vergleich zum Vormonat. Wer am Terminmarkt Kontingente für das nächste Jahr einkaufen möchte, kann schon nahe an die Schwelle von 2 Cent herankommen.

Die Kunden profitieren davon jedoch nicht – im Gegenteil: Sie müssen quer durch die Republik mehr bezahlen. Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox hat zum Jahreswechsel jeder fünfte Grundversorger seine Preise erhöht. Die Stadtwerke Hannover verlangen seither 1,9 Prozent mehr. Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 2500 Kilowattstunden im Jahr ergibt sich daraus eine Mehrbelastung von 1,24 Euro im Monat. Eon Energie, der größte deutsche Stromversorger, erhöht seine Preise im April um 8 Prozent.

Steigende Preise durch Energiewende

Die gegenläufigen Preisentwicklungen sind eine Folge der Energiewende. Wegen des Ausbaus der erneuerbaren Energien drängt immer mehr Ökostrom in die Netze: Windkraftanlagen steigerten ihre Strommenge 2015 um die Hälfte auf 85 Millionen Kilowattstunden, Solaranlagen speisten 38  Millionen Kilowattstunden ein. Da die Versorger gleichzeitig abgeschriebene Atom- und Kohlekraftwerke durchlaufen lassen und die Nachfrage nicht steigt, fallen die Preise an der Börse.

Vom dem Absturz können die privaten Verbraucher aber nicht profitieren, weil zum größten Teil sie die Subventionen für die Betreiber von Ökostrom-Anlagen aufbringen müssen – Großverbraucher aus der Industrie lassen sich von diesen Lasten befreien. Die Umlage, die auf alle Haushalte umgelegt wird, errechnet sich aus dem Marktpreis an der Strombörse und der Vergütung, die Eigentümer von Windkraft-, Solar- und Biomasseanlagen bekommen.

Im laufenden Jahr beträgt die Umlage 6,35 Cent je Kilowattstunde – und übertrifft damit die aktuellen Preise an der Strombörse fast um das Dreifache. Nach Angaben des Branchenverbandes BDEW besteht der Strompreis für private Verbraucher zu 54 Prozent aus Umlagen, Steuern und Abgaben und zu rund 24  Prozent aus Netzentgelten. Strombeschaffung und Vertrieb machen nur rund ein Fünftel aus.     

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