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Deutschland / Welt Ferienflieger bleiben am Boden
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00:15 06.10.2016
Von Bernd Haase
Auch in Hannover blieben Ferienflieger am Boden. Quelle: Körner
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Hannover

Zu Beginn der Herbstferien haben die hannoversche Tuifly und ihre Partnerunternehmen zahlreiche Passagiere kurzfristig stehenlassen. Weil sich Piloten und Kabinencrews am Montag spontan und gleich reihenweise krank meldeten, blieben gestern auch in Langenhagen Maschinen am Boden. Passagiere, die für 3.30 Uhr gebucht waren, mussten wieder nach Hause fahren. Auch sonst habe zeitweise „Chaos“ geherrscht, berichten Betroffene.

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Grund für die Ausfälle ist ein Streit um die Zukunft von Tuifly. Deren Mutterkonzern Tui hatte zuvor mitgeteilt, seinen Ferienflieger in eine gemeinsame Gesellschaft mit der arabischen Etihad auszugliedern. Betriebsräte sehen darin den Anfang vom Ende ihrer Airline: „Es besteht die immense Gefahr, dass Tuifly in diesem Konstrukt abgeschmolzen wird“, heißt es in einer Mitteilung des „Krisenstabs“ der Arbeitnehmervertreter.

Gefahr für die 2500 Arbeitsplätze?

Dieses ungewöhnliche Gremium wurde am späten Freitagabend nach einer Sitzung des Tuifly-Aufsichtsrates ins Leben gerufen. Die Arbeitnehmerbank reagierte damit auf die Ankündigung des Tui-Konzerns, künftig weniger als 25 Prozent an der neuen Dachgesellschaft halten zu wollen. Weitere 25 Prozent sollen bei Etihad liegen, die verbleibenden 50 Prozent zunächst bei einer von den Arabern kontrollierten Stiftung. Neben den 41 Maschinen von Tuifly soll die noch namenlose Gesellschaft 17 Maschinen der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki umfassen.

Mit dem komplizierten Konstrukt reagieren die Tui und Etihad auf die Zerschlagung von Air Berlin. Die Araber sind dort größter Aktionär, Tuifly hat derzeit 14 Maschinen fest an die Berliner vermietet. Da der Reisekonzern diese Flugzeuge nicht mit eigenen Urlaubern füllen kann, sucht man seit Längerem nach einem Ausweg.

Dieser soll in der Verschmelzung mit Niki liegen – die Beschäftigten sehen darin hingegen eine Gefahr für die 2500 Arbeitsplätze und den Standort Hannover. „Wir werden uns dagegen wehren“, sagte die Betriebsratsvorsitzende Karin Grobecker.

Immense Herausforderung

Aufsichtsratschef Henrik Homann hat in einem „Management Letter“ versucht, den Mitarbeitern Sorgen zu nehmen. Ziel sei es, Tuifly eine „bessere Perspektive zu bieten“ – die „gültigen tarifvertraglichen Vereinabrungen“ hätten auch im neuen Verbund Bestand“, hieß es. Daran hegen die Arbeitnehmervertreter jedoch Zweifel. „Wir sehen darin die große Gefahr, mit diesem Vorgehen unsere Tuifly über den geplanten österreichischen Irrweg auf Raten abzuwickeln“, schreibt der „Krisenstab“.

Der Verdacht gründet auf den Vorwürfen, denen Tuifly konzernintern ausgesetzt ist. Der Ferienflieger sei zu teuer, heißt es bei Tui Deutschland. Beim Reiseveranstalter rechtfertigt man die mickrigen Margen auch damit, dass Flugsitze bisher nicht günstiger am freien Markt eingekauft werden dürfen. Bei der neuen Fluggesellschaft in Österreich will das Management angeblich nur noch ein Drittel der Kapazität fest buchen – damit müsste der Verbund für 40 Maschinen andere Kunden finden. Angesichts der Überkapazitäten in der Branche gilt das als immense Herausforderung.

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