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Hast du mal 'nen Ratzefummel?

Produktion von Radiergummis Hast du mal 'nen Ratzefummel?

Jedes Schulkind braucht Radiergummis, doch wie werden die sinnvollen Begleiter eines jeden Federetuis eigentlich produziert? Die Firma Läufer aus Burgdorf stellt Radiergummis seit 1922 her - ein Besuch im Werk.

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140 000 Radiergummis am Tag: Die Firma Läufer hilft dabei, Fehler wieder verschwinden zu lassen.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover . Er ist einer der wichtigsten Stücke im Federmäppchen eines Erstklässlers: der Radiergummi. Es gibt ihn aus Kautschuk, aus Plastik, in Elefantenform oder als einfachen weißen Gummiblock. Aber wie wird ein Radiergummi eigentlich hergestellt?

In der Industriehalle aus den Sechzigerjahren in Burgdorf hängt der Geruch von Gummi in der Luft. Im Werk von Läufer, einem der größten Produzenten weltweit, laufen pro Tag etwa 140 000 Radiergummis vom Band. Viele von ihnen sind schlichte weiße Klötzchen, die das blaue Läufer-Symbol tragen. Sie entstehen nur im Burgdorfer Werk, denn im Ausland lässt Läufer nicht produzieren. „Wir wollen wissen, woraus unsere Radierer bestehen“, sagt Nils Werhahn, Sohn des Geschäftsführers und für den Verkauf zuständig. 

An der Mischmaschine steht Carlo Bührig und kippt gerade eine Ladung Kautschuk in den Trichter. Der geleeartige Pflanzensaft bildet zusammen mit Schwefel und Kalk die Grundzutat für einen Radiergummi. Bührig drückt auf einen Knopf, und im Bauch der Maschine beginnt es zu rumoren. „Wir brauchen einen großen Rührkessel und eine sehr kräftige Maschine, um die zähen Zutaten zu vermischen“, erklärt er. Durch die Bewegung heizt sich die Masse auf etwa 100 Grad auf und schmilzt zusammen. Anschließend trägt Bührig den Gummiblock zur großen Walze gegenüber und lässt sie mehrfach plätten. „Dadurch werden die Inhaltsstoffe gut miteinander verbunden.“
Bührig ist einer von 45 Mitarbeitern im Läufer-Werk und seit fast 40 Jahren dabei. Er ist nicht nur an der Herstellung von Radiergummis beteiligt, sondern entwickelt auch Ideen für die Weiterentwicklung, zum Beispiel bei der Farbe oder der chemischen Zusammensetzung. Denn auch in der Radiergummi-Branche gibt es Trends. Der weiße Radiergummi ist zeitlos beliebt, aber die Kunden greifen gerade zum Schulanfang auch zu speziellen Radierern wie zum Beispiel in Form von Buntstiften, Skateboards oder Elefanten.

Nebenan steht Frank Gronau. Er zieht die schon geplättete Gummimasse durch eine kleinere Walze und schneidet sie in rechteckige Platten. Die sehen zwar schon wie Radiergummis aus, ein Bleistift lässt sich davon aber noch nicht beeindrucken. Damit die Gummis auch radieren können, ist ein weiterer Arbeitsschritt nötig. „Sie müssen erst vulkanisiert werden“, erklärt Gronau. Dieses Verfahren macht den Radiergummi elastisch und verhindert, dass er zerbricht. Die rohen Radiergummiplatten werden unter Hitze zusammengepresst. Anschließend zerteilt eine Maschine sie in kleine Rechtecke – fertig ist der Kautschukradiergummi.

Die Herstellung eines Plastikradierers ist im Vergleich dazu sehr einfach: Ein milchähnliches Kautschukgemisch wird in einer Maschine erhitzt und als langes Band herausgepresst. Anschließend wird der Gummi in handliche Streifen geschnitten – fertig.

Doch wo liegen die Unterschiede zwischen den zwei Modellen? „Der Mechanismus funktioniert anders“, erklärt Werhahn. Während der Kautschukradierer zerkrümelt und die Brösel über das Papier schaben, enthält das Plastik Weichmacher, die den Grafit aufnehmen und binden. „Letzteres ist papierschonender.“ Doch auch wenn Läufer in Deutschland wesentlich mehr Plastikradierer verkauft, wird es die aus Kautschuk weiterhin geben. „Allein schon aus Traditionsgründen“, sagt Werhahn. „Und Kautschuk ist natürlich umweltfreundlicher.“

Von Isabel Christian

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