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Deutschland / Welt Prozess gegen Wiedeking gestartet
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Prozess gegen Wiedeking gestartet
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11:53 22.10.2015
Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Quelle: dpa
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Stuttgart

Vor dem Stuttgarter Landgericht hat ein Prozess gegen den früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und seinen damaligen Finanzvorstand Holger Härter begonnen. Den beiden wird Marktmanipulation vorgeworfen - sie sollen 2008 verschleiert haben, beim Branchenriesen VW eine Dreiviertelmehrheit von Porsche anzustreben. Der Plan scheiterte, Volkswagen drehte den Spieß um und machte den hochverschuldeten Sportwagenbauer Porsche zu seiner Firmentochter. Die Verteidiger von Wiedeking und Härter weisen alle Vorwürfe gegen ihre Mandanten zurück. „Ich bin unschuldig“, betonte der 63-jährige Wiedeking unmittelbar vor dem Prozessauftakt.

Sollten die beiden Top-Manager wegen Marktmanipulation verurteilt werden, droht ihnen eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Dies gilt aber als unwahrscheinlich. Nach Einschätzung von Juristen wäre allenfalls eine Geldstrafe möglich.

Dem Prozess wird eine Signalwirkung zugerechnet: Separat zum Strafprozess laufen in Niedersachsen eine Reihe von Zivilverfahren, in denen Anleger auf insgesamt mehr als fünf Milliarden Euro Schadenersatz klagen. Durch hohe Schwankungen beim VW-Börsenkurs 2008 hatten sie schwere Verluste hinnehmen müssen. Die intransparente Kommunikation von Wiedeking und Härter hat aus Sicht der Zivilkläger diese Verluste mitverschuldet.

Porsches Übernahmeplan war auch wegen der Entwicklungen an den Finanzmärkten und der hohen Schuldenlast des Sportwagenbauers gescheitert. Am Ende brachte es die Porsche-Holding nur auf 51 Prozent und musste das operative Geschäft der Porsche AG an VW verkaufen.

dpa

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