Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt RWE steht vor Verkauf des Stromnetzes
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt RWE steht vor Verkauf des Stromnetzes
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:53 13.07.2011
Ein RWE-Techniker installiert an einem Strommast neue Kabel. Quelle: dpa
Anzeige
Essen/Hannover

Zu dem Bündnis gehören dem Vernehmen nach auch die Versicherungskonzerne Münchener Rück und die hannoversche Talanx sowie zwei weitere deutsche und ein Schweizer Versicherer. Der Preis könne bei bis zu 1,1 Milliarden Euro einschließlich Schulden liegen. Die Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab. „Wir kommentieren das nicht“, sagte eine Talanx-Sprecherin.

RWE hatte seine Stromnetztochter bereits vor Monaten ins Schaufenster gestellt. Der Verkaufsprozess hatte sich aber immer wieder verzögert. Einmal habe dies daran gelegen, dass eine Partei aus dem Konsortium ausgestiegen sei und eine andere gefunden werden musste, hieß es. Auch rechtliche Fragen seien schwierig gewesen.

Amprion betreibt ein Hochspannungsnetz mit einer Länge von 12.000 Kilometern, über das mehr als 25 Millionen Kunden mit Strom versorgt werden. Es reicht von der Industrieregion an Rhein und Ruhr zu den Wasserkraftwerken in den Schweizer Alpen. Rivale e.on hat sein Hochspannungsnetz bereits an die niederländische Tennet verkauft, die Überlandleitungen von Vattenfall Europe gingen an ein Konsortium um die belgische Elia. Das vierte Höchstspannungsnetz in Deutschland betreibt die Karlsruher EnBW.

RWE wolle bei Amprion die unternehmerische Führung behalten, hieß es. Für die Pensionskassen, die Milliarden sicher und langfristig anlegen müssen, sind die Netze eine verlässliche Einnahmequelle, wie Banker argumentieren. Die Erlöse sind über viele Jahre planbar.

RWE hatte sich als größter Stromproduzent lange Zeit geziert, sein Netz wie von der EU gefordert abzukoppeln. Doch rückläufige Gewinne und die Belastungen aus der Atomwende bewirkten einen Sinneswandel. RWE-Chef Jürgen Großmann will innerhalb von drei Jahren Beteiligungen im Volumen von bis zu 8 Milliarden Euro abstoßen.

Parallel dazu will RWE will nach dem Beschluss zum Atomausstieg seine Projekte zum Bau von Kohle- und Gaskraftwerken noch abschließen. Nach 2014 seien in Westeuropa keine neuen Projekte mehr geplant, erklärte der Konzern. Die laufenden oder kürzlich abgeschlossenen Projekte in Europa haben einen Umfang von 12 Milliarden Euro und 13.000 Megawatt Leistung.

Mit der Fertigstellung sollen Altkraftwerke abgeschaltet werden, um den CO2-Ausstoß zu senken. Investitionen in zusätzliche Gaskraftwerke erteilte RWE aus wirtschaftlichen Gründen eine Absage.

Tom Käckenhoff

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Lage in der Eurozone wird immer angespannter: Moody’s zweifelt nun auch die Kreditwürdigkeit von Irland an. Die Ratingagentur fürchtet, dass das Land nicht ohne weitere fremde Hilfe aus dem Schuldensumpf herauskommt.

13.07.2011

Der Internationale Währungsfonds hat Deutschland vor ein Abgleiten in ein langfristig niedriges Wirtschaftswachstum gewarnt. Es fehlten an Reformen und Innovationen, mahnte der IWF.

12.07.2011

China, Russland oder die USA - deutsche Autos verkaufen sich so gut wie lange nicht. Und auch im gesättigten Heimatmarkt geht noch was - VW meldet spürbare Zuwächse in Deutschland. BMW hebt inzwischen die Prognose für das Gesamtjahr an.

12.07.2011
Anzeige