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Deutschland / Welt Real stoppt Gesichterscan – Deutsche Post nicht
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Real stoppt Gesichterscan – Deutsche Post nicht
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21:24 28.06.2017
Quelle: dpa
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Hannover

Real hatte in 41 Filialen über Monate hinweg ein System der Firma Echion getestet. Dabei erfassten Kameras in den Kassenbereichen, wie viele Kunden die dort installierten Werbebildschirme ansehen. Außerdem ermittelte eine Software das Geschlecht und das Alter der Betrachter. Mit diesen Daten wollte Echion die gezeigten Werbefilme an unterschiedliche Zielgruppen anpassen. In Niedersachsen war das System in den Filialen Hannover-Linden und Hildesheim aktiv.

Mitte Juni zeigte der Bielefelder Datenschutzverein Digitalcourage die Supermarktkette an. Der Vorwurf: Es würden personenbezogene Daten ohne Einwilligung der Betroffenen erhoben. „Real schiebt nun andere Gründe für die Einstellung des Projekts vor“, sagte ein Digitalcourage-Sprecher der HAZ. Real hingegen blieb bei der Auffassung, dass die Kameras keine personenbezogenen Daten erfassten und daher auch keine Einwilligung erforderlich war.

Technik auch in Spielhallen

In rund 100 Filialen der Deutschen Post in Köln, Hamburg, Berlin und München ist das Echion-System weiterhin aktiv. Man werde das Pilotprojekt Ende 2017 auswerten und danach über eine Fortführung entscheiden, sagte ein Sprecher.Der Spielhallenbetreiber Gauselmann nutzt eine ähnliche Technik in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen zur Einlasskontrolle. Kameras erfassen die Gesichter von Kunden, vergleichen diese mit einer Sperrdatenbank und schätzen das Alter. Anschließend werden die Daten gelöscht.

Auch die Bundespolizei setzt auf Gesichtserkennung: Im August startet sie am Berliner Bahnhof Südkreuz einen Pilotversuch. Kameras vergleichen die Gesichter freiwilliger Probanden mit einer hinterlegten Personendatei. Langfristig will die Polizei auf diese Weise Gefährder und Straftäter finden.

Von Christian Wölbert

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