Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Reallöhne steigen nicht mehr so stark
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Reallöhne steigen nicht mehr so stark
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:22 08.02.2018
Kaum mehr in der Tasche: Die Löhne steigen zwar, teurere Verbraucherpreise dämpfen den Effekt aber. Quelle: dpa
Wiesbaden

Deutsche Arbeitnehmer haben ihre Kaufkraft 2017 trotz weiterhin steigender Löhne nur noch wenig erhöhen können. Zwar wuchsen die nominalen Arbeitsentgelte im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag auf der Grundlage vorläufiger Zahlen berichtete. Da aber gleichzeitig die Verbraucherpreise um 1,8 Prozent zulegten, hatten die Beschäftigten nur noch einen realen Zuwachs von 0,8 Prozent.

Das war das vierte positive Jahr in Folge, gleichzeitig aber das schwächste preisbereinigte Lohnplus in diesem Zeitraum. 2016 hatten die Reallöhne um 1,8 Prozent zugelegt, 2015 waren es 2,4 Prozent.

Quelle: dpa

Zuletzt waren die Reallöhne in Deutschland im Jahr 2013 ganz leicht gefallen. Seit 2007 haben sie laut Bundesamt im Schnitt jährlich um 1,0 Prozent zugelegt - eine typische Entwicklung bei einem anhaltenden Wirtschaftswachstum. Grundsätzlich stützen steigende Einkommen gemeinsam mit günstigen Arbeitsmarkt-Erwartungen den privaten Konsum und damit die gesamtwirtschaftliche Entwicklung.

Die Europäische Zentralbank (EZB) und die EU-Kommission befürworten kräftigere Reallohnzuwächse, weil sie aus Sicht der Währungshüter die Inflation sachte antreiben. Bei Preissteigerungen von knapp unter 2 Prozent sehen sie die währungspolitische Stabilität gesichert.

Wachstum auch für 2018 erwartet

Mit der Steigerung um 0,8 Prozent liegt Deutschland nun über dem erwarteten EU-Schnitt von 0,4 Prozent, wie das gewerkschaftliche WSI-Tarifarchiv beschreibt. In Italien, Spanien, Großbritannien, Belgien, Finnland und Zypern müssen die Beschäftigten den Ökonomen zufolge 2017 dagegen mit Reallohnverlusten rechnen.

Auch im laufenden Jahr gehen zahlreiche Experten von einem weiteren Wachstum der Wirtschaftsleistung bei einer verhaltenen Preisentwicklung aus. Gerade hat die EU-Kommission ihre Prognose angehoben. Der Tarifabschluss für die deutsche Metall- und Elektroindustrie bringt in den wichtigen Industriesparten in diesem und im nächsten Jahr deutliche Zuwächse bei den nominalen Tariflöhnen nahe an 4 Prozent.

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Beflügelt von der Erholung der Weltwirtschaft sind Deutschlands Exporte im vergangenen Jahr so stark gestiegen wie seit 2011 nicht mehr. Die Unternehmen führten Waren im Rekordwert von 1279,4 Milliarden Euro aus, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilte.

08.02.2018

Einem Ehepaar flattert eine extrem hohe Stromrechnung ins Haus, ein Mieter soll einen großen Teil der Heizkosten eines Mehrfamilienhauses alleine tragen. Der BGH nimmt in beiden Fällen die Beweislast von den Mietern und stärkt ihre Rechte.

07.02.2018

Weg mit dem Spiegelei – der Kranich hebt zukünftig in weißer Farbe auf blauem Grund ab. Zum 100. Geburtstag ihres Wappentiers hat sich die Lufthansa einen komplett neuen Anstrich verpasst. Ihr Chef Spohr hat nach dem besten Geschäftsjahr der Geschichte große Pläne.

07.02.2018