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Rechnen Sie auch noch in D-Mark um?

Studie Rechnen Sie auch noch in D-Mark um?

Sie können es nicht lassen: In den Schubladen werden noch D-Mark-Stücke und -Scheine gehortet, 12,9 Milliarden Mark sind noch im Umlauf. Und fast jeder zweite Deutsche rechnet Preise beim Einkaufen noch immer in die altbekannte Währung um. Und das sind zur Überraschung von Forschern nicht nur Ältere.

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12,9 Milliarden D-Mark sind noch im Umlauf.

Quelle: dpa

Frankfurt/Nürnberg. Am Ende war der Vierjährige wohl einfach zu jung, um Argwohn zu entwickeln. Im Sammelalbum seines Großvaters fand der Junge unlängst eine alte 500-D-Mark-Banknote, schnitt die auf der Rückseite abgebildete Burg Eltz großzügig aus, klebte es auf ein Blatt Papier und malte noch etwas drumherum. Erst nach mehreren Tagen an der Wand eines Kindergartens fiel der Wert des Bildes auf.

Der Opa des Vierjährigen ist kein Sonderling: Viele Deutsche hängen auch fast 15 Jahre nach dem Ende der D-Mark an der alten deutschen Währung. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat ermittelt, dass noch 45 Prozent aller Deutschen Euro-Preise in D-Mark umrechnen. Der Anteil bei den über 40-Jährigen liegt höher, erstaunlich aber ist, dass selbst bei den unter 30-Jährigen noch ein Viertel mit der Mark rechnet, obwohl viele in dieser Altersgruppe kaum eine Erinnerung an die Währung haben dürften. Je höher der Schulabschluss, desto unbedeutender wird die Mark. Frauen hängen zudem mehr an der alten Währung als Männer.

Ende 2015 waren noch 12,9 Milliarden D-Mark in Umlauf. An den Münzen hängt das Herz dabei stärker, wurden doch bisher 54 Prozent von ihnen nicht in Euro umgetauscht, wohingegen bereits 96 Prozent der Banknoten gewechselt wurden.

Die D-Mark-Nostalgie ist wohl eine Folge der deutschen Nachkriegsgeschichte. Militärisch geschlagen und politisch marginalisiert waren Wirtschaftswunder und die Hartwährung D-Mark das, was die Westdeutschen wieder stolz machten. Und in der DDR symbolisierte das Westgeld im Gegensatz zu den heimischen Aluminiummünzen Wohlstand.

Die Anhänglichkeit der Deutschen an alte Währungszeiten ist kein Phänomen der Moderne. 1875 wurde im Deutschen Reich die Mark eingeführt; ein alter Taler wurde in drei Mark umgetauscht. Noch in den 1930er-Jahren gab es Drei-Mark-Stücke – für all jene, die immer noch in der Taler-Währung rechneten.

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