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Reisekonzern Tui steuert neue Märkte an

Hauptversammlung Reisekonzern Tui steuert neue Märkte an

Weltweit wächst die Mittelschicht - besonders in Ländern, die bislang eher selbst als Reiseziele bekannt sind. Von diesem großen Markt will der Tourismuskonzern Tui profitieren.

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Trotz Flugausfällen im Herbst: Tui verzeichnet zum Winter einen geringeren Verlust.

Quelle: dpa

Hannover. Die Tui möchte ihren Kundenkreis deutlich ausweiten. Nachdem sich der Reisekonzern zuletzt auf die Integration der britischen Tochter Tui Travel konzentriert hat, werden jetzt neue Ziele anvisiert: Innerhalb der nächsten fünf Jahre will das Unternehmen in Südeuropa, Südamerika und Asien eine Million neue Kunden gewinnen und den Umsatz so um eine Milliarde Euro steigern. „Es geht um nicht mehr und nicht weniger als die globale Expansion unserer Marke“, sagte Vorstandschef Friedrich Joussen bei der Hauptversammlung am Dienstag in Hannover.

In den genannten Regionen ist die Tui bisher vorwiegend als Gastgeber für Touristen aus Nord- und Westeuropa aktiv, nun will der Konzern dort auch als Veranstalter auftreten – also Spanier, Brasilianer und Chinesen als Kunden gewinnen. Die Hoffnungen ruhen auf den wachsenden Mittelschichten in diesen Ländern, die sich nun Reisen leisten können: Im vergangenen Jahr hätten allein 50 Millionen Chinesen Urlaube gebucht.

„Keine blutige Nase holen“

Anders als in Europa setzt die Tui dabei nicht auf ein enges Netz von Reisebüros – die neuen Kunden will der Konzern vor allem über das Internet erreichen. Wegen der niedrigen Margen im Veranstaltergeschäft könne man sich hohe Vorlaufkosten für den Markteintritt nicht erlauben, sagte Joussen.
Viele Konkurrenten seien „speziell in China mit großem Getöse an
den Start gegangen und dann
mit blutiger Nase heimgekehrt“.
Vorantreiben soll das „Tui 2022“ getaufte Programm das neue
Vorstandsmitglied Frank Rosenberger.

Damit vollzieht die Tui einen weiteren Schritt beim Wandel vom Reiseveranstalter zum Hotel- und Schifffahrtskonzern: Die eigenen Reisebüros, der interne Vertrieb und die Fluggesellschaften dienen in erster Linie dem Ziel, die eigenen Betten auszulasten. Diese Unternehmensteile rücken damit zunehmend in der Rolle von Zulieferern: Wer – wie zuletzt Tuifly – als zu teuer wahrgenommen wird, kann aus dem Konzernverbund ausgelagert werden.

Neben dem Ferienflieger steht auch der ebenfalls in Hannover ansässige Veranstalter Tui Deutschland im Fokus der Controller. Neben dem Heimatmarkt verkauft die Konzerntochter auch Reisen in Österreich, Polen und der Schweiz und hinkt seit Jahren den Renditevorgaben des Vorstandes hinterher. Joussen sieht hier jedoch Anzeichen der Besserung – zumindest gewinne man in Zentraleuropa wieder Marktanteile.

Aktionäre applaudieren

Die Aktionäre zeigten sich mit der strategischen Ausrichtung des Konzerns sehr zufrieden. „Die Tui ist auf einem guten Weg“, sagte Peter Schirner von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Das Unternehmen stehe stabiler da als zuvor, der Vorstand habe seine Ergebnisprognosen nicht nur eingehalten, sondern sogar übertroffen: „Sie haben geliefert.“ Die Anteilseigner erhalten für das im September beendete Geschäftsjahr 2015/2016 eine Dividende von 63 Cent je Aktie – ein Plus von 12,5 Prozent.     

 

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