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TUI trotzt der Tourismus-Krise

Hannoversches Reiseunternehmen TUI trotzt der Tourismus-Krise

Die schwere Krise im Tourismus, unter der wichtige Reiseländer wie die Türkei und Ägypten mit Buchungsrückgängen von 40 Prozent und mehr leiden, trifft Europas größten Reisekonzern TUI weniger als befürchtet. Durch deutliche Umsatzsteigerungen bei Urlaubszielen vor allem im westlichen Mittelmeerraum gleicht der Veranstalter die heftigen Einbrüche aus.

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Fernreisen - etwa nach Mauritius - sind gefragt. Unter anderem davon profitiert TUI auch in diesem Jahr.

Quelle: Tui

Hannover/Le Morne. Der hannoversche Konzern profitiert von teils kräftig anziehenden Preisen in gefragten Feriengebieten wie Spanien, Italien und Portugal. „Wir haben bereits 70 Prozent der Buchungen für die Sommersaison in den Büchern und bewegen uns bisher auf vergleichbarem Vorjahresstand“, sagte der Chef von TUI Deutschland, Sebastian Ebel, der HAZ bei der Präsentation der kommenden Winterprogramme in Le Morne (Mauritius). Dazu trage auch der starke Ausbau des Angebots von Ferienhäusern und Appartements unter der Marke TUI Villas bei. TUI-Konzernchef Friedrich Joussen erwartet für Deutschland und weltweit sogar ein Rekordjahr bei den Urlaubsreisen, wie der Manager bereits mehrfach betonte.

Der weltweit führende Veranstalter hat 30 Millionen Kunden, erzielt 20 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr und ist mit seinen 76 000 Mitarbeitern in 130 Ländern aktiv. Mit 1800 Reisebüros in Europa, rund 330 eigenen Hotels und 130 Ferienfliegern kann der Konzern in bedeutendem Umfang Angebot und Nachfrage steuern. Allein im laufenden Touristikjahr habe man in Deutschland den Marktanteil um einen Prozentpunkt auf 21,6 Prozent erhöht, und das in einem insgesamt schrumpfenden Markt, betonte Ebel.

Im Reisesommer 2016 liege allein das Umsatzplus von Spanien bei 20 Prozent, die Kanaren verzeichnen sogar 35 Prozent Zuwachs. Das Umsatzplus bei Portugal liegt demnach bei fast 19 Prozent, Kroatien legte bisher 26 Prozent zu und Italien um 21 Prozent. Auch Fernreisen bleiben gefragt, besonders die Karibik. Südafrika und Mauritius schafften zuletzt bei deutschen TUI-Kunden sogar ein Plus von fast 50 Prozent.

In den beliebten Ländern steigen damit die Preise für die Wintersaison. Wer in Österreich Skifahren will, zahlt bei der TUI im Schnitt 3 Prozent mehr. In Deutschland ziehen die Preise um 2 Prozent an, ebenso wie auf den Kanaren. Mallorca wird um 1 Prozent teurer. Auf der Fernstrecke liegt der Zuschlag bei Zielen auf Kuba mit 10 Prozent am höchsten, Mexiko wird 5 Prozent teurer, die Malediven 4 Prozent. Billiger lassen sich Thailand (minus 5 Prozent) und die Vereinigten Arabischen Emirate (minus 3 Prozent) erkunden. In den Krisenländern Türkei, Ägypten und Tunesien sinken die TUI-Preise im Schnitt nochmals um 3 Prozent.

Entschiedener denn je verfolgt der Marktführer das Ziel, zum Komplettanbieter für alle Reisebedürfnisse unter der weltweiten Dachmarke TUI zu werden. Konzernchef Joussen will die Zahl der 200 Einzelmarken um die Hälfte verringern. „Wir wollen unser riesiges Kundenpotenzial noch besser nutzen und unseren Markenauftritt vereinheitlichen“, sagte Deutschland-Chef Ebel. So sollen künftig alle 5000 Reiseleiter des Konzerns weltweit einheitlich auftreten. Bisher ist zum Beispiel die britische Konzerntochter Thomson noch recht eigenständig unterwegs.

Als Märkte der Zukunft für die deutsche TUI und ihre hiesigen Kunden sieht Ebel zum einen etablierte Regionen wie Mallorca und die Kanaren, aber auch Italien, Kroatien und Griechenland. Diese Länder profitierten derzeit von der Krise in der Türkei und hätten große Chancen, durch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis Stammkunden zu gewinnen. Auf der Mittel- und Fernstrecke rechnet Ebel auf den Kapverden, Mauritius und der Karibik, ebenso in Sri Lanka, Thailand, auf den Malediven und in Vietnam mit positiven Entwicklungen im Tourismus. Hauptgründe seien immer bessere Erreichbarkeit und gesunkene Flugpreise.

Zusammen mit dem Hotelpartner RIU baut der Konzern vor allem in den genannten Regionen seine Angebote teils kräftig aus. Zu den bereits 330 exklusiven Hotels der eigenen Marken (Robinson, TUI Magic Life, Sensimar, TUI Blue) mit mehr als 200 000 Betten kommen diesen Winter weitere zehn Häuser in Wachstumsregionen dazu.

Den Marktanteil im Massengeschäft will der Konzern auf bis zu 25 Prozent verdoppeln. Dazu werden das Drei-Sterne-Segment und das Angebot an Ferienwohnungen und Villen stark ausgebaut, kündigte Ebel an. In der Wintersaison können TUI-Kunden aus 75 000 Hotels auswählen, drei Mal so viel wie bisher.

Urlaubsplanung fast immer online

Häufig am Smartphone: Jede zweite Urlaubsreise und jede dritte Pauschalreise wird in Deutschland inzwischen online gebucht. Das zeigt eine neue repräsentative Studie der TUI Deutschland mit Google zum mobilen Reiseverhalten der Bundesbürger. Durchgeführt wurde sie von den Marktforschern von GfK und TNS. „Neun von zehn Reisen werden bereits online vorbereitet“, sagt Google-Manager Christian Bärwind. Dabei werde das Smartphone immer wichtiger, der PC verliere an Bedeutung. Für jede zweite Reise recherchieren die Deutschen demnach am Handy. Besonders bei Pauschalreisen wird aber die Mehrzahl der Buchungen noch im Reisebüro getätigt, insgesamt inklusive Hotel- und Flugbuchungen sind es 42 Prozent. Die geschickte Verknüpfung von Online und Offline sieht der Experte als entscheidenden Erfolgsfaktor. Wichtig sei zudem eine spezifische Ansprache der Kunden auf dem Smartphone, wo die Nutzer der Studie zufolge im Schnitt nur zwei Minuten auf einer Webseite verbringen.

Von Thomas Wüpper

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