Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Banken bunkern eine Billion bei der Zentralbank
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Banken bunkern eine Billion bei der Zentralbank
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 05.09.2016
Von Albrecht Scheuermann
Das Hochhaus der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Quelle: dpa
Anzeige
Frankfurt

Viel Geld haben Europas Banken inzwischen bei der Europäischen Zentralbank in Frankfurt als überschüssige Einlagen deponiert. Dabei müssen sie dafür inzwischen sogar Geld bezahlen. Wie aus Zahlen der EZB vom Freitag hervorgeht, lagen die sogenannten Überschussreserven, die die Geldhäuser bei der Notenbank unterhalten, bei rund 1022 Milliarden Euro. Das ist ein Rekordniveau.

Die Überschussliquidität ist der Teil der Bankeinlagen bei der EZB, über den die Geldhäuser frei verfügen können. Darüber hinaus müssen sie noch abhängig von ihren eigenen Kundeneinlagen eine sogenannte Mindestreserve bei der Zentralbank unterhalten.
Ihre gewaltigen Kontoguthaben kommen die europäischen Banken teuer zu stehen. Schließlich erhebt die EZB schon seit mehr als zwei Jahren Zinsen auf Einlagen. Im Juni 2014 begann es mit minus 0,1 Prozent, inzwischen hat die Währungsbehörde den Negativzins sogar auf 0,4 Prozent erhöht.

Die Guthaben bei der EZB sind eine direkte Folge ihrer Geldpolitik. In normalen Zeiten bunkern die Kreditinstitute nur wenig Überschussguthaben auf ihren Konten. Schließlich ist es attraktiver, das Geld für ihr eigenes Geschäft zu verwenden. Doch heute fehlt es den Banken an Anlagemöglichkeiten.

Die Billion Euro, die sie bei der EZB parken, entspricht ziemlich genau dem Betrag, den die Währungshüter durch ihre Anleihenkäufe bisher in den Markt gepumpt haben. Seit März 2015 kauft die Notenbank Staatsanleihen und andere Zinspapiere auf. Anfangs flossen auf diese Weise 60 Milliarden Euro monatlich in den Markt, inzwischen wurde der Betrag auf 80 Milliarden Euro erhöht. Bis März 2017 sollen auf diese Weise 1,7 Billionen Euro in den Geldkreislauf geschleust werden. Das Geld landet zum großen Teil auf den Konten der Banken bei der EZB.

Eigentlich will Europas Notenbank mit dieser sogenannten „quantitativen Lockerung“ erreichen, dass mehr Kredite vergeben werden und so die Wirtschaft und die Inflation in der Euro-Zone stärker in Gang kommen. Bislang hält sich der Erfolg aber in Grenzen. Dagegen mehren sich die Stimmen, die der EZB eine verfehlte Politik vorwerfen. Kritik kommt auch verstärkt von den Banken, weil diese mit Zinsgeschäften immer weniger verdienen.

13 Milliarden Euro an Steuern soll Apple nach dem Willen der EU-Kommission in Irland nachzahlen. Dublin muss das Geld vorerst eintreiben, kündigt aber Rechtsmittel an. EU-Wettbewerbskommissarin Vestager gibt sich unbeeindruckt.

03.09.2016

Noch bieten einige Banken ihre Girokonen gebührenfrei an. Das wird sich bald ändern, meint Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon: In einigen Jahren werde es nirgendwo mehr kostenlose Girokonten geben.

02.09.2016
Deutschland / Welt Schichtdienst und Wochenendarbeit - Deutsche arbeiten immer länger

Wochenend- und Schichtdienst, arbeiten am Feiertag – geregelte Arbeitszeiten? Das war einmal. Die Deutschen arbeiten einem Bericht zufolge deutlich länger und unregelmäßiger als noch vor 20 Jahren.

02.09.2016
Anzeige