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China schickt Yuan auf Talfahrt

Rekordeingriff der Zentralbank China schickt Yuan auf Talfahrt

Mit einer überraschenden Maßnahme schwächt Chinas Zentralbank die Währung des Landes ab. Experten glauben, dass so die Ausfuhren in andere Länder stabilisiert werden können.

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Quelle: dpa

Chinas Zentralbank hat den Yuan (Renminbi) mit einem Rekordeingriff auf Talfahrt geschickt. Die Landeswährung verlor zum US-Dollar am Dienstag knapp zwei Prozent an Wert und rutschte damit im Vergleich mit der US-Währung auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Während am Vortrag mit einem Yuan noch 0,1610 Dollar gekauft werden konnten, waren es Dienstagmittag nur noch 0,1581 Dollar. Für einen Dollar gab es demnach rund 6,33 Yuan.

Auslöser für den Kursrutsch war eine massive Intervention von Chinas Zentralbank, die den Mittelkurs des Yuan im Vergleich zum US-Dollar am Dienstag um 1,9 Prozent senkte - so stark wie nie, seit Peking 2005 die direkte Bindung seiner Währung an den US-Dollar aufgab.

Noch immer wird der Yuan längst nicht so frei wie andere Währungen gehandelt, weshalb der täglich neu festgelegte Mittelwert von großer Bedeutung ist. Ausgehend von diesem Fixpunkt lässt die Zentralbank Handelsschwankungen von zwei Prozent nach oben und unten zu. Nach dem Schritt vom Dienstag sprach die Bank in einer Mitteilung von einer "einmaligen Anpassung", die notwendig gewesen sei, weil künftig der Markt "eine größere Rolle" bei der Ermittlung des Kurses spielen solle. Die Bank teilte außerdem mit, den Yuan auf einem "angemessenen" Niveau stabil zu halten.

Wachstumsziel könnte in Gefahr geraten

Die Abwertung der Währung kommt zu einer Zeit, in der Chinas Exporte unter einer extremen Schwäche leiden. Im Juli waren die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,3 Prozent eingebrochen. Eine Entwicklung, die Analysten zum Teil auch auf Chinas Währung zurückführen. Quasi im Gleichschritt mit dem starken US-Dollar hatte der Yuan in den vergangenen zwölf Monaten im Vergleich zu vielen internationalen Währungen kräftig an Wert gewonnen. Zum Euro legte der Yuan innerhalb eines Jahres um knapp 20 Prozent zu, was chinesische Waren in Europa, Chinas wichtigstem Handelspartner, deutlich verteuerte.

Entwickelt sich der Außenhandel weiterhin schlecht, könnte auch das von der Regierung für dieses Jahr festgelegte Wachstumsziel der Wirtschaft von sieben Prozent in Gefahr geraten. Die Stimmung unter Chinas Industriebossen war zuletzt auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren gefallen. Die Abwertung vom Dienstag würde nun dazu beitragen "Druck von der Exportindustrie zu nehmen", sagte Liu Yuanchun, Wirtschaftsprofessor an der Pekinger Renmin University der Deutschen Presse-Agentur.

Wenig begeistert dürften dagegen die USA auf die Abwertung reagieren. "Die USA werden China wahrscheinlich wie schon in der Vergangenheit für diesen Schritt kritisieren. Aber wir sollten uns darum nicht kümmern. Es ist auf jeden Fall die richtige Entscheidung", sagte He Xiaoyu, Professor an der Cenrtal University of Finance and Economics in Peking.

Neben den USA wird sich auch der Internationale Währungsfonds (IWF) den Währungsschritt der Chinesen genau ansehen. China wirbt beim IWF derzeit darum, dass der Yuan in einen Korb von internationalen Reservewährungen aufgenommen wird. Darin sind bisher der US-Dollar, der Euro, das britische Pfund und der japanische Yen enthalten. Erst im Mai hatte der IWF ein Ende der chinesischen Währungsmanipulationen ausgemacht und den Yuan als «fair» bewertet eingestuft.

dpa

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