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Deutschland / Welt Rewe stoppt Verkauf von Trinkhalmen aus Plastik
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Rewe stoppt Verkauf von Trinkhalmen aus Plastik
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14:02 04.07.2018
Eben noch im Cocktailglas, schon als Müll im Meer: Plastiktrinkhalme brauchen Hunderte Jahre bis sie abgebaut sind. Quelle: dpa
Köln

Der Einzelhandelskonzern Rewe verzichtet künftig auf den Verkauf von Einweg-Trinkhalmen aus Plastik. Insgesamt 42 Millionen Halme pro Jahr könnten in den 6000 Märkten der Marken Rewe, Penny und Toom Baumarkt so eingespart werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Köln mit. Restbestände würden ab sofort nach und nach abverkauft. Ab dem kommenden Frühjahr werde Rewe Alternativen aus Papier, Weizengras oder Edelstahl in seinen Sortimenten anbieten. Auch McDonalds hatte kürzlich angekündigt, künftig keine Plastikstrohhalme mehr zu verwenden.

Mikroplastik kann von Tieren verschluckt werden

Plastikhalme sind ein typisches Wegwerfprodukt, sie werden im Schnitt nur 20 Minuten genutzt. Sie gehören außerdem zu den Plastikartikeln, die weltweit am häufigsten als Müll an Stränden angeschwemmt werden. Ein einzelner Halm kann Hunderte Jahre in der Umwelt überdauern. Die Mikroplastikteile können von Tieren verschluckt werden und sich so in Organismen entlang der Nahrungskette anreichern – mit bisher unabsehbaren Folgen.

Die EU-Kommission will den Einweg-Müll im Meer deshalb bis 2020 um 30 Prozent reduzieren; das europäische Parlament strebt ein ehrgeizigeres Ziel von 50 Prozent bis 2030 an. Die EU könnte deshalb bald jegliches Plastikgeschirr verbieten. Plastiktüten sind aus dem deutschen Einzelhandel bereits weitgehend verschwunden.

Europäer verbrauchen jährlich 36 Milliarden Trinkhalme

Nach Angaben der Organisation „Seas at Risk“ landen jährlich rund 100 000 Tonnen Plastik aus der EU in den Meeren. EU-weit werden demnach jährlich 36,4 Milliarden Trinkhalme konsumiert, dazu 16 Milliarden Kaffeebecher, 46 Milliarden Einwegflaschen und weiteres Plastik aus Verpackungen und Zigarettenfiltern.

Von dpa/RND/ang