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Rewe will Tengelmann-Übernahme verhindern

Einzelhandel Rewe will Tengelmann-Übernahme verhindern

Es geht um Geld, Macht und Marktanteile: Edeka will das angeschlagene Unternehmen Tengelmann übernehmen und muss dazu am Kartellamt vorbei. Konkurrent Rewe will das mit aller Macht verhindern und droht jetzt mit Anzeige.

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Aus zwei mach eins? Edeka will den Tengelmann-Konzern übernehmen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub wird fast das Frühstücksbrötchen im Hals stecken geblieben sein, als er am Donnerstag seine Zeitung aufschlug. Auf einer ganzseitigen Anzeige musste er da einen Aufruf lesen, der zum großen Teil an ihn selbst gerichtet war. „Sehr geehrter Herr Haub,“ stand darin, „schüren Sie nicht noch mehr Unsicherheit bei Ihren Beschäftigten und belasten Sie nicht noch mehr Gerichte und Institutionen langwierig mit der Frage nach der Zukunft von Kaiser’s Tengelmann!“ Darunter die Unterschriften des gesamten Vorstands und des Betriebsratschefs von Rewe. Ein im deutschen Einzelhandel beispielloser Vorgang.

Stein des Anstoßes ist der geplante Verkauf des traditionsreichen Lebensmittelhändlers. Lange haben sich die Eigentümer geziert, die Wurzeln ihres Ruhrpott-Handelsimperiums (Obi, Kik) zu kappen. Doch nach 15 Jahren mit roten Zahlen, die sich inzwischen auf eine halbe Milliarde Euro summieren, „können wir die Verluste von Kaiser’s Tengelmann nicht mehr tragen“, betonte Haub am Donnerstag noch einmal. Schon lange ist er sich mit der Edeka über einen Verkauf der vor allem auf NRW, Berlin und München konzentrierten Kette einig. Doch die Kartellbehörden haben den Deal untersagt – zu viel Marktmacht, so die Begründung. Nun versuchen die Beteiligten, eine Ministererlaubnis zu erwirken, versprechen gar mehr als 2000 neue Jobs.

Rewe hatte Haub bei seiner Brautschau dagegen außen vor gelassen – was den Händlerverbund um Konzernchef Alain Caparros schon länger wurmt. Das Kartellamt würde auch diese Übernahme untersagen, argumentiert Haub. Wenn die Nummer drei im Markt Kaiser’s Tengelmann übernehme, sei das für den Wettbewerb immer noch besser, als wenn die Nummer eins noch größer werde, entgegnet Caparros. „Und wir bieten die weitaus bessere Perspektive für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kaiser’s Tengelmann“, heißt es in der Anzeige: Die Sicherung aller 15.700 Jobs, Tarifbindung für alle und vor allem „keine einzige Marktprivatisierung und keine Umstellung auf Discount mit dadurch verbundenem Arbeitsplatzabbau“.

Damit zielt Caparros auf die Sorge der Beschäftigten, ihre Entgelte und ihre Jobs könnten doch noch in Gefahr geraten, wenn Edeka die Läden erst einmal an selbstständige Einzelhändler weitergereicht oder in Netto-Discounter umgewandelt hat. Die angeblichen Sicherheiten des Konkurrenten hierzu seien „schwammig und fragwürdig“. Haub nannte die Behauptungen „unseriös“ und „der Sache nicht dienlich“. Ins Geschäft kommen die beiden miteinander künftig sicher nicht mehr.

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