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Merkel freut sich über selbstparkende Autos

Rundgang der Kanzlerin auf der IAA Merkel freut sich über selbstparkende Autos

Schnellrundgang mit Aha-Erlebnis: In gut 90 Minuten macht sich die Kanzlerin auf der IAA ein Bild von den Neuheiten der Autobranche. Sie sieht E-Autos und Hybride. Besonders angetan ist Merkel aber von Autos, die selbstständig einparken.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel besichtigt die Automesse IAA.

Quelle: dpa

Frankfurt am Main. Die Bundeskanzlerin ist begeistert: BMW-Finanzvorstand Friedrich Eichiner berichtet Angela Merkel (CDU) auf ihrem Rundgang durch die Messehallen der IAA vom neuen 7er, der von selbst einparkt - statt das Auto zu lenken, kann der Mensch den Befehl von außen per Fernbedienung geben. Und wenn die Garage zu klein ist, stoppt das Fahrzeug von selbst.

Während die Kanzlerin sichtlich angetan ist, glaubt Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), er brauche diese Neuerung nicht. "Herr Bouffier ist der Meinung, er kann einparken - und alle seine Geschlechtsgenossen auch", verrät die Kanzlerin nicht ohne Spott, was ihr der Parteifreund gerade ins Ohr geflüstert hat. Sie aber sei überzeugt, dass automatisches Einparken eine Hilfe für alle sein werde: "Nur die Frauen werden es zugeben, die Männer nicht."

Gut eineinhalb Stunden Zeit nimmt sich Merkel, um sich in Begleitung von Bouffier und VDA-Präsident Matthias Wissmann über die Zukunft des Autofahrens zu informieren. Dabei besucht sie vor allem die deutschen Hersteller und Zulieferer wie Bosch, Continental und ZF Friedrichshafen. Opel-Chef Karl-Thomas Neumann schenkt ihr ein frisch in Weiß lackiertes Modell eines Opel Astra - und zwar genau in dem Farbton des Blazers, den Merkel an diesem Tag zur schwarzen Hose trägt. Opel-Designer hatten den Modell-Astra nach Merkels Ankunft in Frankfurt rasch im Airbrush-Verfahren umgefärbt.

Und immer wieder schwärmen ihr die Autobosse von aerodynamischen Sportwagen oder dank Hybrid-Antrieb sparsamen SUVs vor. VW-Chef Martin Winterkorn legt ihr einen Tiguan GTE mit Plug-in-Hybrid ans Herz. "Das wäre ein Auto für sie." Merkel ist interessiert und will wissen, seit wann und warum diese großen Fahrzeuge so beliebt sind. Unter anderem, weil die Menschen gerne höher sitzen und sich in den sportlichen Geländewagen sicherer fühlen, erklärt Winterkorn.

Der Fahrer soll sich endgültig seinen Mitfahrern widmen können

Etwas später gibt Merkel zu, dass sie bisher gar nicht wusste, wofür die Abkürzung steht: "Das sind Sport Utility Vehicles, wie ich jetzt gelernt habe." Die Kanzlerin hofft auf eine neue Qualität beim Autofahren, etwa wenn sich der Fahrer endgültig seinen Mitfahrern widmen könne und das lästige Steuern den vielen neuen elektronischen Helfern überlässt. Sie spricht von einer Revolution, die Schritt für Schritt vorangehe. "Das ist auch gut so. Es muss ja Vertrauen wachsen."

Doch in Zukunft werde die eigenständige Kommunikation zwischen Fahrzeugen oder eine intelligente Lenkung des Verkehrs Fahrern Kosten, Zeit und vielleicht auch Nerven sparen - auch wenn viele deutsche Autofahrer sich möglicherweise gerne am Steuer aufregen, wie Merkel ironisch einräumt: "Ein gewisser Mentalitätswandel wird dann allerdings auch gebraucht."

Trotz aller Technikbegeisterung zeigte sich die Kanzlerin gewohnt vorsichtig bei all den neuen Assistenzsystemen in einem modernen Auto. "Hoffentlich verbünden sie sich nicht gegen den Fahrer", sagte sie nur halb im Scherz zu ihrem Sitznachbarn, Daimler-Chef Dieter Zetsche. "Alles hängt von den Algorithmen ab", tröstete sich die promovierte Physikerin schließlich und versprach gleichzeitig, sich international für Datenschutz, Schnittstellen-Standards und Freihandel einzusetzen.

Am allgegenwärtigen Flüchtlingsthema kommt selbst der härteste "Car-Guy" zum IAA-Auftakt nicht vorbei. Schon bevor die Kanzlerin die Unternehmen ermahnt, den immer zahlreicheren Flüchtlingen berufliche Chancen anzubieten, bekennt sich VDA-Chef Wissmann zur gesellschaftlichen Verantwortung der wichtigen deutschen Industriebranche. "Qualifizierte Bewerber sind uns hoch willkommen", sagte der Verbandspräsident. Als er dann noch seine Abscheu gegen den menschenverachtenden, rechtsextremen Terror gegen Flüchtlinge formulierte, brandet starker Beifall im Frankfurter Messe-Congresszentrum auf.

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