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Urlaubskasse füllen leicht gemacht

Werbung von Geldinstituten Urlaubskasse füllen leicht gemacht

„50 Euro, wenn Sie uns mögen. 100 Euro, wenn nicht.“ Banken ködern Kunden seit geraumer Zeit mit Angeboten. Wie ein pfiffiger Kunde von den Offerten der Geldhäuser profitiert und sich eine Urlaubsreise davon zusammenspart hat.

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Natürlich ahnen die Banken, dass ihre Angebote Schnäppchenjäger anlocken: Auf den Internetseiten werben die Geldhäuser mit Sonderzahlungen um neue Kunden - und Comdirect verspricht inzwischen 150 Euro, wenn das Girokonto bei Nichtgefallen wieder geschlossen wird.

Quelle: Andrea Warnecke

Hannover. „50 Euro, wenn Sie uns mögen. 100 Euro, wenn nicht.“ Als Markus Schreiber das erste Mal auf das Angebot der Commerzbank-Tochter Comdirect stieß, mochte er es kaum glauben: Während seine solide wirtschaftende Bank sich keine kostenlosen Konten leisten konnte, ging die notleidende Konkurrenz mit Sonderkonditionen an den Markt. Das ärgerte ihn: „Erst lassen die sich mit Milliarden vom Staat vor der Pleite retten, dann kaufen sie sich damit auch noch Kunden.“ Dafür wollte er sich revanchieren: Schreiber eröffnete das umworbene Girokonto und kündigte es alsbald wieder - um der Commerzbank zu schaden.

So fing es an. „Das hat mich auf die Idee gebracht“, sagt der Angestellte einer Bank mit zahlreichen Filialen. In der Folge stieß er immer wieder auf ähnliche Lockvogelangebote von Wettbewerbern, fing an zu rechnen und fand das Verhältnis von Aufwand und Ertrag lukrativ. Aktuell unterhält Schreiber fünf Konten, hält vier Kreditkarten, führt zwei Tagesgeldkonten und ist Inhaber von vier Wertpapierdepots. Weil der Angestellte sein einträgliches Geschäftsmodell nicht gefährden will, möchte er seinen richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen.

Mehr als 400 Euro hat Schreiber in den vergangenen zwei Jahren an Werbeprämien kassiert, allein in den vergangenen zwei Wochen seien weitere 370 Euro hinzugekommen: „Die Banken haben mit diesen Sachen zuletzt richtig aufgedreht.“

Mehr als 400 Euro Gewinn

In seiner Postfiliale ist Schreiber inzwischen Stammgast und wird mit Namen begrüßt: Wer Kunde einer Online-Bank werden will, muss am Schalter per Ausweis seine Identität überprüfen lassen. Der Weg zum Schalter samt Warten in der Schlange koste natürlich Zeit, räumt der Mann von der Sparkasse ein: „Das lohnt sich nur, wenn man gleich mehrere Sachen eintüten kann.“ Deshalb hat er selbst die 20 Euro mitgenommen, die Neukunden der Royal Bank of Scotland für die Eröffnung eines Tagesgeldkontos gutgeschrieben werden.

Natürlich ahnen die Banken, dass ihre Angebote Schnäppchenjäger anlocken können. Um deren Aufwand in die Höhe zu treiben, fordern sie Gegenleistungen ein. Comdirect beispielsweise hatte seinerzeit die Auszahlung der Prämie an die Bedingung geknüpft, in den ersten drei Monaten mindestens fünf Transaktionen über 25 Euro oder mehr zu veranlassen. „Das habe ich damals leider nicht geschafft“, berichtet Schreiber.

Überblick behalten

Heute würde ihm das nicht mehr passieren. Die aktuellen Konten und Konditionen kontrolliert er über ein - natürlich kostenloses - Kalkulationsprogramm auf dem Computer: „Angesichts der vielen Fallstricke verliert man sonst schnell den Überblick.“ Wer sich beispielsweise über das Online-Portal Qipu beim Kreditvermittler Smava 1500 Euro leiht, bekommt als „Cashback“ 150 Euro. Das rechnet sich, weil bei einem Zinssatz von 0,55 Prozent über eine Laufzeit von 36 Monaten nur 12 Euro Zinsen zu zahlen sind - aber eben nur, wenn der Kunde den 4 Euro teuren Online-Kontoauszug abbestellt, „was leider erst nachträglich möglich ist“, wie Schreiber schnell herausfand.

Mit den Prämien der Konkurrenten will der Bank-Angestellte später einen Urlaub finanzieren. Zurzeit liegt das Kapital auf einem soeben eröffneten Konto bei einer weiteren Online-Bank - da gibt es derzeit über einen Vermittler 50 Euro für eine Neueröffnung.

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